Moses geht down
Am Starnberger See vorbei, Murnau vorüber, dann Garmisch, Kloster Ettal – und hinein ins Bilderbuchdorf voller Holzschnitzer-Läden, Pensionen und Hotels im blitzsaubren Alpenstil: Da steht auch schon die Monumentalscheune des Passionstheaters, wo vor drei Jahren allabends an die 5.000 Gäste dem stürmischen Aufstieg des Revoluzzers Jesus zugeschaut haben – und seinem Kreuzestod im nachtblauen Blitzgewitter. Ein Spektakel ohnegleichen war das gewesen, ein stundenlanger Bilderrausch aus orientalischer Pracht, Hollywood-Showrevue und bajuwarischer Spiellust.
Zwischennutzung
So war die Vorfreude groß zur «Welturaufführung» eines extra für die hiesigen Möglichkeiten, also für Breitwand und 400 Dorfstatisten geschriebenen Stücks, das schlicht «Moses» heißt. Wo man Jesus ans Kreuz nagelt, in diesen heilgen Hallen, kann auch Moses sein Volk aus Ägypten führen.
Versteht sich, dass des Ortes eingeborener Bürger Christoph Stückl, der das Münchner Volkstheater (mit auf jugendliche Ansprüche zugeschnittenen Aufführungen) seit Jahren erfolgreich bespielt, der dem altbacknen «Jedermann» zu Salzburg neuen Schwung gab und der zweimal schon umjubelte «Passionen» inszenierte (2000 und 2010), dass er in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Oktober 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 32
von Michael Skasa
Pünktlich zum Start des Internationalen Sommerfestivals hat sich der Sommer vorerst aus Hamburg verabschiedet. Das erfüllt alle Klischees über die Hansestadt, ist aber für ein Theater-, Kunst- und Musikfestival nicht weiter schlimm, einzig der Erholungsbereich des Festivals leidet ein wenig unter dem Schmuddelwetter. Die Hamburger Künstlergruppe Baltic Raw hat...
Aachen, Theater
31. Veiel, Das Himbeerreich
R. Bernadette Sonnenbichler
Aalen, Theater der Stadt
4. Walser, Eine Stille für Frau Schirakesch
R. Tina Brüggemann & Tonio Kleinknecht
Anklam, Theater
25. Williams, Endstation Sehnsucht
R. Oliver Trautwein
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
6. Schiller, Wilhelm Tell
R. Tamara Korber
Augsburg, Theater
3. SKART, Mein Freund der...
Warum ist nur noch niemand auf die Idee gekommen: Wer keinen Job mehr hat, wird erschossen. Das löst alle Probleme der Arbeitslosigkeit, steigert die Produktivität, spart Sozialausgaben und reduziert die Unzufriedenheit nachhaltig. Die vierteljährlichen Hinrichtungen lassen sich nach altrömischem Vorbild in einer großen Arena attraktiv anrichten. Kein Wunder, dass...
