Mittendrin, ganz nah
Pina. Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren» – etwas altmodisch Expressives haftet diesem Titel an. Unumwunden pathetisch weltretterhaft hat Wim Wenders seinen Film über die im Sommer vor zwei Jahren verstorbene berühmte deutsche Tanztheaterchoreographin aus Wuppertal und ihr Werk genannt. Das als einen Nachhall von Pina Bauschs ebenfalls recht enigmatischen Stücktiteln zu begreifen, ist sicher nicht falsch – so wie «Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehört» oder «Für die Kinder von gestern, heute und morgen».
«Achtung, Personen, die empfindlich auf rührende Inhalte reagieren, könnten Probleme bekommen,wenn sie diesen Film ansehen» – solche Warnungen spricht die Filmindustrie nicht aus. Pina Bausch habe mit dem Herzen gesehen, analysierte Wenders bei der Trauerfeier am 4. September 2009 im Opernhaus Wuppertal. Ein Jahr früher, in seiner Rede anlässlich der Verleihung des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt an Bausch, hatte er bekannt, einmal, in einem Wuppertaler Tanztheaterabend sitzend, «einen Kloß im Hals» gespürt und «hemmungslos drauflos geflennt» zu haben. Wem bei diesen Reminiszenzen großer Gefühle und kleiner Prinzen unbehaglich wird, der empfindet vermutlich auch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute März 2011
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Wiebke Hüster
Wie hieß es titelstiftend in dem großen Suhrkamp-Gedichtband, den Katharina Thalbach und Fritz J. Raddatz 2002, ein Jahr nach dem Tod von Thomas Brasch, aus seinem Nachlass herausgegeben haben? «Wer durch mein Leben will, muß durch mein Zimmer.» Filmemacher Christoph Rüter ist hindurch gegangen mit seinem Porträt «Brasch – Das Wünschen und das Fürchten», das soeben...
Die Wohnung sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. In der Wand klafft ein riesiges Loch, dahinter steht ein Mann mit Golfschläger. Vor der Wand seine Frau, einen Golfball im Mund. Sie: «Du spinnst wohl!» Er: «Das wollte ich nicht.» Blackout. Soweit in voller Länge die kürzeste jener 52 Szenen, aus denen Andrea Breths Minidramencollage «Zwischenfälle» im...
Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin schickt Hauptmanns «Der Biberpelz», inszeniert von Herbert Fritsch, der auch Ibsens ebenfalls eingeladene «Nora» aus dem Theater Oberhausen verantwortet. Weiter nominiert ist vom Dresdner Staatsschauspiel Roger Vontobels «Don Carlos»-Inszenierung. Der dritte bisher noch nie zum TT geladene Regisseur ist Nurkan Erpulat mit...
