Männer!
Das Stück «heiß» besitzt eine so eigentümliche und konsequente Konstruktion, dass man sich ihr mit einer Logik von Außerirdischen nähern möchte. Nehmen wir an: Die Außerirdischen könnten das Leben auf der Erde aus einem beliebigen Detail hochrechnen, ohne jede Hintergrundinformation.
Sie hätten von unserer Zivilisation ein Photo vorliegen, zwei ungefähr gleichaltrige Männer und eine Frau in einem Badeanzug vor einem Haus am Meer – und sie hätten ein Verfahren entwickelt, dieses Photo zum Sprechen zu bringen: Alle Elemente auf dem Photo werden mit den gleichen Sprachkräften ausgestattet. Jedem Element wird der sprachliche und gestische Raum zugewiesen, der seinem Vorkommen im Bild entspricht. Jedes Element bringt seine Position maximal ökonomisch ein. Das schafft einen geringen Spielraum, der mit Hilfe des außerirdischen Rechners nahezu unendliche Kombinationen erlaubt. Niemand verlässt den Raum dieses Photos, nichts wird hinzugefügt, jedes Element variiert seine Möglichkeiten nach der Logik der Verhaltensweisen, die die Außerirdischen im Kern unseres Wesens festgestellt haben.
Zwei einsame Männer stehen auf einem Kai. Sie haben vergessen, wie alt sie sind, sie wissen nicht mehr, ...
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Theater heute Jahrbuch 2005
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 144
von Karl Baratta
Theater heute Die Erfindung des Kulturstaatsministeriums und die Schaffung der Bundeskulturstiftung gehören ohne Zweifel zu den großen Erfolgen der rotgrünen Regierung. Michael Naumann, Julian Nida-Rümelin und Sie haben das bestehende Kulturengagement des Bundes nicht nur besser sichtbar gemacht, sondern auch deutlich verstärkt; bestes Beispiel eben die...
Was muss passieren, damit sich eine Mehrheit von unterscheidungssüchtigen Kritikern auf eine Schauspielerin, einen Schauspieler als ihren Favoriten der Spielzeit einigt: das richtige Stück zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort mit den richtigen Partnern?
Wahrscheinlich ist es viel einfacher, wahrscheinlich liegt es einfach an Wiebke Puls und Ulrich Matthes!
...Der Wunsch, einen eigenen Tod zu haben, wird immer seltener. Eine Weile noch, und er wird ebenso selten sein wie ein eigenes Leben. Man stirbt, wie es gerade kommt; man stirbt den Tod, der zu der Krankheit gehört, die man hat (denn seit man alle Krankheiten kennt, weiß man auch, dass die verschiedenen letalen Abschlüsse zu den Krankheiten gehören und nicht zu den...
