Lenio Kaklea «Les Oiseaux»

Berlin on tour LENIO KAKLEA

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Der Anthropozentrismus ist ein spirituelles Übel, das ins ökologische Desaster führt. Niemand will das, niemand weiß es zu verhindern. Auch der Tanz nicht. Aber letzterer eignet sich wunderbar, um die Vorherrschaft des industrialisierten Homo erectus infrage zu stellen, ganz ohne didaktische Paukenschläge. Besonders prägnante Bilder entstehen, wenn Vögel ins Spiel kommen. Der französische Choreograf Luc Petton war einst bekannt für Stücke mit lebendem Federvieh und so entstehende Empathie.

In Lenio Kakleas «Les Oiseaux» («Die Vögel»), gesehen 2025 beim Pariser «Festival d’Automne» und jetzt in Berlin und Dresden, wird zwar nicht geflogen, aber authentische und poetische Momente entstehen zuhauf, vor allem in der Intimität der Soli, die sich wahren Verhaltensstudien annähern.

Kakleas gefiederte Utopie schöpft Inspiration aus literarischen Fabeln, in Bezug auf den satirischen Geist aus Aristophanes’ «Die Vögel» und aus Monique Wittigs feministischem Essay «Les Guérillères» (wortwörtlich: «Die Guerillakriegerinnen») von 1969. Auch da ist die griechische Choreografin Kaklea nicht die erste, die Kampfkraft der Amazonen ist derzeit ein zentraler Bezugspunkt für engagiertes Tanzschaffen. ...

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Tanz August/September 2026
Rubrik: Kalender, Seite 36
von Thomas Hahn

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