Talentproben
Im Laufe der letzten Jahre hat sich das Linbury Theatre im Herzen des Royal Opera House London zu einer Art Anziehungspunkt für Junior-Compagnien und Ballettschüler*innen im Abschlussjahr entwickelt. Im Rahmen einer Initiative des Royal Ballet, die sich zum Ziel gesetzt hat, internationalen Nachwuchs zu fördern, reisen junge Talente aus Kanada, Neuseeland, Frankreich und vielen anderen Ländern an.
In diesem Jahr eröffnete die Jugendcompagnie des Wiener Staatsballetts mit zwölf Tänzer*innen im Teenageralter den Reigen der Showings mit dem Stück «Strauss 2225: Dances for the Future» des kanadischen Choreografen Robert Binet – einem düsteren, einstündigen Ballett anlässlich des 200. Geburtstages von Johann Strauss zu zeitgenössischen, die Klänge des Wiener Komponisten zitierenden und verfremdenden Kompositionen. Das 2025 bei Binet in Auftrag gegebene Ballett mag durchdacht und interessant sein, zelebriert aber weder Jugend noch Enthusiasmus und war daher nicht eben eine ideale Wahl für die Wiener Junior*innen.
Außerordentliche Qualität
Die Royal Ballet School (RBS), die derzeit ihr 100-jähriges Bestehen (tanz 5/26) feiert, gab auf der Open-Air-Bühne von Holland Park im westlichen ...
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Tanz August/September 2026
Rubrik: Praxis, Seite 70
von Mike Dixon
«Lift me! Lift me!», zwitschert die überkandidelte Starballerina im Musical «On Your Toes», George Balanchine schuf 1936 am Broadway die Choreografie. Das Musical nimmt sämtliche Ballettklischees aufs Korn, auch in sich zusammenbrechende Hebungen. Die Herren präsentieren die Damen, so lautet die technische und gewissermaßen auch sittliche Grundlage des gemeinsamen...
Ausstellung
NEW YORK MOVES
Jamel Shabazz begann Ende der Siebziger, noch als Teenager, in den Straßen seiner Heimat Brooklyn zu fotografieren – im Laufe der Jahrzehnte entstand so das Panoptikum einer Stadt, die immer in Bewegung ist, ebenso wie eines Viertels, das sich von einer übel beleumundeten Gegend zum durchgentrifizierten Hotspot entwickelte. Die...
Ein Absperrgitter hängt zwischen Agnietė Lisičkinaitė und Igor Shugaleev. Das Objekt trennt die litauische Tänzerin und den belarussischen Tänzer, aber es verbindet auch: Man kann sich hineinhängen, dann gibt es Halt, man kann es aufrecht stellen und beklettern.
Die Grenze zwischen Litauen und Belarus ist ungefähr 680 Kilometer lang, in weiten Teilen handelt es...
