Lebenslänglich unfrei
Am Ende von Peter Handkes biografischem Porträt seiner Mutter, die 1971 Selbstmord beging, fliegt der Ich-Erzähler, der gerade die Todesnachricht erhalten hat, zurück nach Österreich. «Beim Zeitungslesen, Biertrinken, Aus-dem-Fenster-Schauen verging ich allmählich in einem müden, unpersönlichen Wohlgefühl», heißt es in «Wunschloses Unglück». «Ja, dachte ich immer wieder und sprach im Stillen die Gedanken jeweils sorgfältig nach: DAS WAR ES. DAS WAR ES. DAS WAR ES. SEHR GUT. SEHR GUT. SEHR GUT.
»
Handkes Mutter Maria, erzählt der Autor knapp und eindringlich auf den davor liegenden Seiten, war kein erfülltes Leben beschieden. Als Tischlerstochter mit vier Geschwistern, aufgewachsen im ländlichen Kärnten, waren ihre Möglichkeiten beschränkt, oder, wie es der Sohn rückblickend formuliert: «Als Frau in diese Umstände geboren zu werden, ist von vornherein schon tödlich gewesen.» Gegen den
Willen des Vaters absolviert sie eine Lehre als Köchin, lässt sich vom Nationalsozialismus begeistern, verliebt sich in einen verheirateten Parteigenossen, von dem sie ein Kind erwartet – den kleinen Peter. Noch vor der Geburt heiratet sie einen anderen, immer ungeliebten, mit dem sie zwei weitere ...
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Theater heute April 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Eva Behrendt
An einem Januarmorgen streben erstaunlich viele Menschen über die wenig befahrene Lafayette Street zum Public Theatre. In der Mitte des überfüllten Foyers stehen Mark Russell, künstlerischer Direktor des Festivals «Under The Radar», und Meiyin Wang, seine Ko-Direktorin. Mit der nordamerikanischen Mischung aus Enthusiasmus und Pragmatik werden hundert Produzenten...
personen
adi molkereiarbeiter
karina molkereiarbeiterin
hans exekutivbediensteter
jenny betreiberin der bahnhofsreste
huber mittleres molkerei-management
pausen
/............ ein schlag
//....... zwei schlag
///...... drei schlag
«die aufgabe einer kritik der gewalt lässt sich als die darstellung ihres verhältnisses zu recht, gerechtigkeit und butter...
Es konnte gar nichts anders kommen: Irgendwann mussten die hochgepeitschten Erwartungen an Karin Beiers Neustart des Hamburger Schauspielhauses nach über dreijähriger Durststrecke im Normalbetrieb verdampfen. Nachdem im Januar endlich das Großevent der Intendantin selbst über die vom Eisernen wieder befreite Großbühne gegangen war, der Antiken-Marathon «Die...
