Kraut und Rüben

Laura Laabs Deutschlandfilm «Rote Sterne überm Feld» hüpft und springt zwischen den Genres

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Wenn Du noch Augen hättest / Könntest Du durch meine Hände scheinen sehn / Die roten Fahnen über Rhein und Ruhr», heißt es gegen Ende von Heiner Müllers «Germania Tod in Berlin». Aber natürlich schien, schon als die Worte ausgesprochen wurden, nichts mehr so wirklich, auch nicht am Horizont, und gute zwanzig Jahre später war Schluss mit der Utopie. Die roten Fahnen verblassten.

Es ist eine Art späte poetische Gerechtigkeit, wenn die gebürtige Ost-Berlinerin Laura Laabs in ihrem Langfilmdebüt schon gleich zu Anfang die roten Fahnen wehen lässt.

Über dem bundesdeutschen Reichstag. Eine Künstlergruppe namens «Ästhetische Linke» hisst sie dort. Aber weil der Akt vom Staatsschutz als Terrorismus gedeutet wird, muss die Gruppe schleunigst Reißaus nehmen. Und eines der Mitglieder, Tine (Hannah Ehrlichmann), taucht in der Heimat unter: im mecklenburgischen Dorf Bad Kleinen. In Bad Kleinen sind alle Eingeborenen down. Man säuft, misst seine Kräfte im Tauziehen mit Treckern, Tines Vater schimpft über die Windrä -der, die die Gegend verschandeln und natürlich von Westfirmen gebaut wurden, und der bulligste der Junggesellen des Ortes trägt ein Hakenkreuz-Tattoo auf der Brust. «Unsere ...

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Theater heute November 2025
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Christian Rakow

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