Klage um ein zerstörtes Land
Von einer Projektionswand sieht uns ein Gesicht an. Ein kleiner Chor singt sanft und klagend über ein zerstörtes Land, das seinen Bewohnern zum Grab wurde. So leise, so traurig beginnt Brett Baileys afrikanischer «Macbeth», der die Geschichte des schottischen Königs in die soziale Realität des heutigen Ostkongos verlegt, eines von Kriegen rivalisierender Warlords, Genoziden und multinationalen Konzernen zerstörten Landes.
Internationale Konzerne, die den Abbau von Diamanten, Gold, Tantalum und anderen Mineralien für Mikrochips und Uran für Atomkraftwerke kontrollieren, machen lokale Warlords zu ihren Komplizen und perpetuieren den Krieg. In Genoziden und Kriegen sind im Kongo fast 6 Millionen ermordet worden. Giuseppe Verdis Partitur wurde von dem belgischen Musiker und Komponisten Fabrizio Cassol für ein kleines Sängerensemble und zwölf Instrumentalisten adaptiert, die Gesamtoper auf 90 Minuten gekürzt.
Der Macbeth-Stoff hat Brett Bailey schon länger beschäftigt. 2007 inszenierte er für das Spier Festival die originale Verdi-Oper. Damals entstand der Gedanke einer kleineren Form für einen konkreten afrikanischen Kontext. Mit Fabrizio Cassol hat Brett Bailey das Projekt nun ...
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Theater heute August-September 2014
Rubrik: Festivals/Auffführungen, Seite 20
von Stefanie Carp
Es ist widersprüchlich, was auf einen einprasselt, wenn man sich heute für Bühnen- und Kostümbild als Beruf entscheidet: Einerseits ist offensichtlich, dass das Visuelle einen enormen Bedeutungsschub in der gesellschaftlichen Wahrnehmung erfährt. Bilder, und damit auch die Bilder jeder Inszenierung, sind in der Foto-, Film und Symbolflut der Massenmedien, online...
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