Erb oder stirb
Heimkommen kann traumatischer sein als Aufbrechen. Wut und Schwung sind aufgebraucht, die kühnsten Träume haben sich in Asche verwandelt, und die Kräfte reichen gerade noch, um ins kalte, längst nicht mehr gemachte Bett zurückzukriechen – so es irgendwo noch so etwas wie ein Elternhaus gibt – oder sich auf dem Familiengrab einschneien zu lassen.
Zumal, wo sich die altbekannten Fronten im Generationenkrieg in letzter Zeit gründlich umgekehrt haben: Im abgesicherten Modus bürgerlicher Saturiertheit ergraut, lassen es Alte im Ruhestand so richtig krachen, während die Jungen mehr oder weniger perspektivlos im Prekariat dümpeln und neidisch auf das Rentenglück der Eltern schielen wie auf ein für immer verlorenes Paradies. Zwei Spielarten dieser gar nicht mehr romantischen Aufbruchs- und Heimkehrgeschichte sind derzeit in München zu sehen, getrennt durch die Maximilianstraße, eine Generation (Dramatiker-) Leben und noch vieles mehr, versteht sich.
Wiederbelebung eines Schocks
Knapp 30 Jahre ist Franz Xaver Kroetz’ dramatisches Fragment «Bauern sterben» inzwischen alt, das laut Autor irgendwo zwischen Landshut und Kalkutta spielt und von Flüchtlingen handelt, die «in keiner ...
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Theater heute Juli 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Silvia Stammen
Mit seinem neuen Stück, einem Auftragswerk des Chemnitzer Theaters, knüpft Wyrypajew an die Konstellationen aus «Illusionen» (siehe TH 12/2011) an. Wieder stehen zwei Ehepaare, diesmal erfolgreiche Mittdreißiger, im Fokus und reflektieren über Leben, Wahrheit und die Fragen von Spiritualität, Religion und Glauben. Wyrypajews Ausgangpunkt ist eine Verschiebung von...
Mit dem Vater ging ich zum Flugtag auf der Vahrenwalder Heide, dem alten hannoverschen Flughafen. Vielleicht noch Ernst Udet, sicher aber die aus Hannover stammende Fliegerin Elly Beinhorn zeigten ihre Luft-Kunststücke. Mein Vater kaufte mir einen Luftballon samt einer dranzubindenden Karte, die er mit meiner Adresse versah. Denen, deren Karten am weitesten flogen...
Aalen, Theater der Stadt
3. Stückentwicklung, From there to (no)where. Theaterprojekt mit Flüchtlingen
R. Marguerite Windblut
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
21. Lindgren, Pippi Langstrumpf
R. Urs Alexander Schleiff
Coburg, Landestheater
7. nach Ende, Die unendliche Geschichte
R. Yvonne Schwartz
Dessau, Anhaltisches Theater
12. Goethe, Iphigenie auf Tauris
R. André...
