Echt krass

Simon Stone nach Aischylos «Die Orestie»

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Klytämnestra ist nicht aufgewühlt, sondern «hibbelig», Orest nicht verstört, sondern «total abgefuckt», der Mutter-Mord ein dummer Jungen-Streich, Elektra ein «Problemkind», die – ausgerüstet mit Dildo ­– mit Ägisth schläft, und die an ALS erkrankte Iphigenie ein akuter Fall für die Sterbehilfe (wer könnte dem guten, halb aktiv, halb passiv beteiligten Vater Agamemnon böse sein?). Der Trojanische Krieg findet nicht statt. Den Göttern ist die Puste ausgegangen. Mykene liegt nebenan – eine Revierstadt wie Oberhausen. Fehlte bloß noch, dass Tana Schanzara auftauchen würde.

Auf der Hinterbühne des Theaters inszeniert der 1984 in Basel geborene Australier Simon Stone aus Sex and Crime die Atriden als Serien-Familie, textlich selbst verfertigt. Hübsch portioniert und getaktet in Short Cuts senkt sich der schwarze Kubus (Alice Babidge) immer wieder auf das Spiel-Karrée herab, um das herum die Zuschauer blockweise sitzen, als wohnten sie einem Fight bei. Ein signalrotes Laufband informiert über den Fortgang bzw. Rücklauf der «verfickten» (Stone) Geschichte, die mit Iphigenies Tod aus der Ampulle endet. Bei Katie Mitchell am Schauspielhaus Hamburg, die die «Die Phönizerinnen» in der Fassung ...

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Theater heute April 2014
Rubrik: Chronik Oberhausen Theater, Seite 59
von Andreas Wilink

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