Dreigroschenhysterie

Brecht «Die Dreigroschenoper»

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Kurzweil und Bildung, Vergnügen und Erkenntnis, Schönheit und Moral – das sind so die unvereinbaren Gegensätze, deren Versöhnung dem deutschen Theater seit ein paar Jahrhunderten aufgebürdet wird.
Kaum ein Theaterstück balanciert so heikel auf diesem schmalen Grat der Theaterutopie wie Brechts «Dreigroschenoper». Meistens dient sie nur als Beweisstück dafür, dass mitdenken im Theater sowieso nicht lohnt und das gefräßige Publikum alles Gedanken­futter doch nur in den Gefühlsbauch hinunterschlingt, statt es im Kopf zu verarbeiten.

Die Lust des Bürgertums am eigenen Untergang macht heute, nach seinem Untergang, noch immer Spaß. Wenn jemand diesen uns verdirbt, dann gibt es Ärger.
Wie jetzt in Bonn. «Unterhaltung und aggressive Kraft», das war Thirza Brunckens Formel für die Versöh­nungs­­aufgabe, die sie mit ihrer Inszenierung der «Dreigroschenoper» auf sich neh­men wollte. Irgendetwas muss dem Bon­ner Generalintendanten Klaus Wei­se, der diese Inszenierung in Auftrag gegeben hatte, an dem Produkt die­ser Synthese mächtig missfallen haben.
Nach einem Probenbesuch in der Endphase der Produktion ließ er eine Presseerklärung verbreiten, in der er sich von der Inszenierung distanzierte ...

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Theater heute März 2006
Rubrik: Chronik, Seite 40
von Gerhard Preußer

Vergriffen
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