Der Wahnsinn des Alltags

Obst, Gemüse, Sauerkonserven – und noch ein paar Abenteuer mehr aus dem Leben des Schauspielers Wolf List. Ein Porträt

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Louis hängt. Und zwar gründlich. Gerade hat der Kollege Partei-Ideologe das blutige, aber revolutionär-politisch korrekte Killer-Komplott erklärt, bei dem sich in den folgenden Stunden fast alle Figuren in Jean-Paul Sartres ideologiekritischem Nachkriegsstück schmutzige Hände holen werden – jetzt aber fehlen ihm plötzlich die Worte.

«Was sach ich da?», raunzt der Revoluzzer nun hamburgisch-breit die Kollegin Souffleuse an; und weil ihm das natürlich ganz peinlich sein muss, meldet sich Louis nach einiger Spiel-Zeit ohne weitere Hänger unvermittelt zurück bei der Helferin im Dunkel. Aber aus der Entschuldigung wird nun ein Aufruf zum Kampf – jetzt rühmt Louis in freier Improvisation die eigene revolutionäre Partei als große Streiterin für den Erhalt des Berufsstands der Souffleure – denn hier würden die Theater-Leitungen bestimmt als nächstes sparen. «In Freiburg gibt’s schon keine mehr!»
 

Seriöse Ensemble-Stütze – und mehr

Das ist an diesem Abend nun nicht sofort zu überprüfen – aber der Schauspieler Wolf List, der da gerade die große Solo-Nummer für die ziemlich aus der Rolle fallende Revoluzzer-Charge vom Zaun bricht, hat immerhin nebenbei auf eine mögliche Ausweitung der ...

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Theater heute Juli 2009
Rubrik: Akteure, Seite 48
von Michael Laages

Vergriffen
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