Das Runde und das Eckige

Anne Lenk, Christine Wahl, Matthias Pees und Wolfgang Höbel im Gespräch über Kritik, ihr Verhältnis zu Kunst und Publikum, Metropolen und Provinz, literarische Ansprüche, über Maßstäbe, künstlerische Exzellenz und den Fall Marco Goecke

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Theater heute Herzlich willkommen zur Gesprächsrunde Theaterkritik! Zum Auftakt gleich ein Zitat der Schweizer Kuratorin Bice Curiger, die gerade in der «Neuen Züricher Zeitung» vom 21. März Folgendes geschrieben hat: «Theater-, Kunst-, Literaturkritik – existieren sie überhaupt noch? Ist es nicht so, dass ihre Tage gezählt sind? Zumindest in unserem kleinen, vielsprachigen Land, wo sich das Feuilleton nicht rechnet, wie mir ein prominenter Schweizer Zeitungsverleger, den ich als kunstaffin bezeichnen möchte, kürzlich mit Vehemenz dargelegt hat.

Vor 50 Jahren hielten sich in jeder größeren Stadt die noch zahlreichen Tageszeitungen mindestens einen festangestellten Kunstkritiker und daneben viele inspirierte Freie. Die Kritiker hatten ein Reisebudget, um sich zu informieren, und Ausstellungen und Theateraufführungen auch im Ausland zu besuchen. Kulturelle Ereignisse lösten jeweils einen vielstimmigen Chor aus. Und heute? Die Feuilletons verschlanken sich umgekehrt proportional zur massiven Bedeutungserweiterung, welche der kulturelle Sektor in den vergangenen Jahrzehnten gerade auch in der Schweiz erfahren hat. Eine traurige und besorgniserregende Bilanz! Warum bloß wird so wenig ...

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Theater heute Mai 2023
Rubrik: Theater heute 750, Seite 46
von

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