Bankrott der Politik

Eine Chronik des Spardesasters in der Berliner Kulturpolitik und ein Ausblick auf die Entscheidungen, die eine verantwortliche Politik treffen muss: ein Gespräch mit dem ehemaligen Finanzsenator und kulturpolitischen Sprecher der Grünen, Daniel Wesener

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Theater heute Herr Wesener, Sie sind kulturpolitischer Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus und haben als ehemaliger Berliner Finanzsenator bis zur Neuwahl des Abgeordnetenhauses im Februar 2023 auch Einblick in die finanzpolitischen Zusammenhänge über das Kulturressort hinaus. Deshalb wollen wir ein bisschen mehr über die Sparpolitik des Berliner Senats erfahren, die die Kulturszene seit 2024 in Atem hält.

Nur als kurzer, sehr kursorischer Rückblick: Es begann mit harten Sparvorgaben des Senats für alle Ressorts zu Jahresbeginn ’24, dann hat der damalige Kultursenator Joe Chialo Mitte des Jahres einige diffus drohende Interviews gegeben, die ohne konkrete Zahlen niemand ganz ernst genommen hat; schließlich sickerten ab September 2024 zunehmend brutale Sparvorgaben für die Kultur in 2025 und 2026 durch, die in der kurzen Frist gar nicht umzusetzen wären und nach vielen Protesten zum Teil im Dezember 2024 wieder zurückgenommen bzw. abgeschwächt wurden. Danach stolperte man ins Jahr 2025, einige Premieren an größeren Häusern wurden gestrichen, sofern das überhaupt noch möglich war; es wurden, wo vorhanden, Rückstellungen aufgelöst, und man wird in diesem Jahr etwas ...

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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Umbrüche, Seite 80
von Eva Behrendt und Franz Wille

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