Backlights 8/26
Berlin
BULLYACHE «A GOOD MAN IS HARD TO FIND»
Das Konferenztisch-Setting erinnert an Crystal Pites Vorstandsthriller «The Statement», aber hier geht es einen ganzen Zacken schärfer zur Sache: Das choreografische Duo Bullyache veranstaltet mit «A Good Man is Hard to Find» eine Art Survival-of-the-Fittest-Contest. Statt Verbalattacken wird eine brachiale Körperrhetorik zum Einsatz gebracht. Erst liegen fünf Männer nacheinander am Boden herum, bis sie von ihresgleichen zunächst malträtiert, dann hochgezerrt und anzugmäßig aufgeputzt werden.
Nur um einander hernach an die weißen Krägen zu gehen, vom Fensterputzer (m/w/d) beobachtet.
Das in den Berliner Sophiensælen in deutscher Erstaufführung gezeigte Stück bebildert Demütigung und Rache, vergebliche Harmonieversuche (via Standardtanz) und Eskalation mit den Mitteln des Physical Theatre. Da sind gewissermaßen Lloyd Newsons Erben am Werk, sehr intensiv, sehr eindrücklich – bis hin zum letzten Kapitel, einer Art Paraphrase des rituellen Opfergangs, Marke «Sacre du printemps». Gute Leute sind schwer zu finden? Bullyache hat für die eigene Mission Top-Typen zusammengeholt. Dorion Weickmann
Hamburg
EDVIN REVAZOV «WAITING FOR GODOT»
Große ...
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Tanz August/September 2026
Rubrik: Kalender, Seite 52
von
Schweiz
FESTIVALS IN ZÜRICH UND GENF
Das «Zürcher Theater Spektakel » leistet sich noch Programme, von denen die Nachbarn im Norden nur träumen können: «Brel» mit Anne Teresa De Keersmaeker und Solal Mariotte (tanz 11/25) hätte man ja ganz gerne in Hamburg oder Berlin zu Gesicht gekriegt. Jetzt muss man halt nach Zürich fahren, wo das Werk auf kleinere, nicht...
Der Ballettsaal ist im Prinzip nichts anderes als ein Welt- und-Charakterkaleidoskop. Wer immer hereinschneit, hat die eigene Stimmung im Gepäck. Der Sunnyboy blinzelt gute Laune bis in die letzte Ecke, die Einfühlsame streichelt einer bedrückten Kollegin über die Wange, der Strebsame setzt zur x-ten Tour à la seconde an, fünf junge Damen sprechen die Modalitäten...
So. Das war dann also die erste Ausgabe der «Tanztriennale Hamburg», jenes einwöchigen, groß mit Bundesmitteln geförderten Festivals, bei dem nicht nur wir uns fragten (tanz 6/26), was denn eigentlich das Ziel des Ganzen sei, jenseits von möglichst hochkarätigen Tanzgastspielen in der Hansestadt. Eine Antwort auf diese Frage gab Amelie Deuflhard, als Intendantin...
