Buch, CD, tanz 8/26
CD des Monats
Sergei Rachmaninoff
Die «Sinfonischen Tänze» sollten das letzte Werk sein, das Sergei Rachmaninoff komponiert hat, seiner Meinung nach sein Bestes. Dasselbe sagte er Jahre zuvor allerdings auch schon von seiner 1913 in Rom entstandenen Chorsinfonie «Die Glocken». Und zwar aus demselben Grund: Beides sind gedankenschwere Werke, ebenso klangreich wie vielschichtig ausgearbeitet, als könnte er in seiner Musik die menschliche Existenz in all ihren Facetten erfassen.
Bei den «Glocken» griff er dabei auf ein Gedicht von Edgar Allan Poe zurück, das ihm 1907 in einer russischen Bearbeitung zugespielt wurde. Bei den «Sinfonischen Tänzen», ursprünglich als Ballettvorlage für Mikhail Fokine gedacht, reflektierte der krebskranke Komponist sein eigenes Schicksal, einschließlich eines Zitats aus seiner Ersten Sinfonie und dem «Dies irae»-Thema am Schluss.
Karina Canellakis, eine US-Amerikanerin mit griechisch-russischen Wurzeln, dirigiert beide Arbeiten so suggestiv, als wollte sie den Geist Rachmaninoffs in seinen Werken beschwören. Und das Netherlands Radio Philharmonic Orchestra, bei den «Glocken» unterstützt vom Radio Choir und drei sprachkundigen Gesangssolisten, folgt dabei ...
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Tanz August/September 2026
Rubrik: Medien, Seite 58
von
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