Ankommen, absatteln
Im Südwesten der USA gibt es kleine Städtchen aus der Zeit des Goldrausches, die heute noch vom Geist des «Ankommen, Absatteln, Claim abstecken» inspiriert sind. Wer hier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Geschäft machen wollte, musste rechtzeitig da sein, ansonsten war das Geschäft schon wieder ganz woanders, und es erging ihm wie Rob, Micha und Katy. Die drei kommen aus Good Old Germany, sind mit einem VW-Bus unterwegs und wollen Theater nach europäischem Strickmuster importieren.
Micha ist grundlos euphorisch, Rob eher zurückhaltend, während Katy erst mal nur Durst hat und sich wie eine harte Frau auf einem der ersten Trecks Richtung Westen unter zähen Siedlern fühlt. Bei Ike scheinen sie an der richtigen Adresse zu sein. Vom aktuellen deutschen Regietheater hat der zwar keine Ahnung, dafür aber eine Tochter, eine Halle und eine Idee, was hier funktionieren könnte: ein Laden mit Hardcore-Videos zum Beispiel.
«Start Up» hat der derzeit exportkräftigste deutsche Theaterautor für das German Theatre Abroad geschrieben, das GTA tourt damit quer durch die USA (s. TH 11/07). Zwei Tage nach der New Yorker Uraufführung Mitte Oktober gab es in Mannheim die deutsche ...
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Ab 1. Januar wird im deutschen Theater nichts mehr sein, wie es war. Die einschneidendste Maßnahme seit der Erfindung des Regietheaters bedroht viele Bühnen in ihrer Substanz: ein allgemeines Gaststätten-Rauchverbot wird die eigentlichen Denk- und Kommunikationszentralen der Häuser lähmen. Was soll der Künstler noch in der Kantine, wenn er dort keine Zigarette...
Dass echte Kerle ihre Gefühle zeigen können, beweist der Autor am Schluss, als er zum
Applaus auf die Bühne kommt. Begeistert und überschwänglich umarmt er den Regisseur, die Bühnenbildnerin und jeden einzelnen der Schauspieler, die gerade anderthalb Stunden lang seinen Mikrokosmos der Männerwelt verkörpert haben. Simon Stephens heißt dieser gefühlsbewusste Autor,...
Es wär’ ja nicht der Rede wert – dass Herr M. vom Berliner Boulevard, wie’s scheint, die eigene Uhr nicht lesen kann; und «Emil und die Detektive» zwei Drittel von drei, also ganze zwei Stunden lang per Video den Gauner Grundeis jagen sah. Und dass Frau B. zwar für die größere Frankfurter Zeitung schreiben darf, hinter der durchaus auch klügere Köpfe stecken, und...
