Alvis Hermanis sagt ab in Hamburg
Alvis Hermanis hat seine für April geplante Inszenierung am Hamburger Thalia Theater aus privaten und politischen Gründen Anfang Dezember abgesagt. In einer Stellungnahme auf der Webseite des Rigaer Neuen Theaters (www.jrt.lv) heißt es, er arbeite gerade in Paris und lebe in genau dem Viertel, wo das Massaker geschehen sei: «Wir sind überall von Angst und Schrecken umgeben. Wir sind alle traumatisiert, was hier vor zwei Wochen geschehen ist. Ich bin Vater von sieben Kindern und nicht bereit, demnächst wieder in einer anderen potentiell gefährlichen Stadt zu arbeiten.
» Außerdem sieht er einen direkten Zusammenhang zwischen der offenen europäischen Immigrationspolitik und dem Terrorismus. Das Thalia Theater wiederum würde sich mit einem «Refugee Welcome Center» identifizieren und daran wolle er sich nicht beteiligen. Er halte seine politische Position nicht für radikal, und er unterstütze den Enthusiasmus nicht, mit dem die Grenzen Europas für unkontrollierte Immigration geöffnet würden.
Das Thalia Theater bedauert die Absage, die über den Einzelfall hinaus zeige, wie tief Europa derzeit gespalten sei, und distanziert sich von Hermanis’ politischer Haltung. Hermanis’ Inszenierung ...
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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Redaktion
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