94 Prozent Übere­instimmung

In der Münchner Galerie der Künstler zeigt Ana Zirner das Ergebnis eines Selbst­versuchs in Netzpräsenz: «Privacy»

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Ständig wird man davor gewarnt und doch tun es alle: im Internet surfen und dabei – freiwillig oder unbewusst – jede Menge Datenspuren hinterlassen, aus denen sich intime Persönlichkeitsmuster und Konsum­anfälligkeiten errechnen lassen.

Die Münchner Theatermacherin Ana Zirner, die in der Vergangenheit schon unter Jugendlichen im Iran, Obdachlosen auf deutschen Straßen und Widerständlern im Nahen Osten recherchierte und bei ihren Projekten das Infragestellen des eigenen Standpunkts nie ausklammert, hat sich diesmal zu einem radikalen Selbstversuch entschlossen: Mehrere Monate lang stellte sie sich unter digitale Dauerbeobachtung, machte Standort und Pulsfrequenz, Kalorienverbrauch und Googleverläufe auf ihrer Website https://follow-ana.de öffentlich und ließ ihre Daten gleichzeitig von diversen Selbstoptimierungs- und Partnervermittlungsinstituten unter die Lupe nehmen. Was macht das mit einem, wenn es ständig Ernährungs- und Trainingspläne abzuarbeiten gilt und man dabei kaum noch in der Lage ist, unmittelbar subjektives Befinden vom Blick auf die Tagesbilanz des Fitnessscores zu trennen?

Wie es weitergehen könnte, wenn wir Algorithmen und Profilen irgendwann mehr vertrauen als ...

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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Silvia Stammen

Weitere Beiträge
Premieren im Februar · Hinweise · Suchlauf – Programmhinweise

Daten

Aalen, Theater der Stadt
25. Lessing, Nathan der Weise
R. Tina Brüggemann

Altenburg/Gera, TPT
26. Zuckmayer, Der Hauptmann von Köpenick
R. Bernhard Stengele

Annaberg, Eduard-von-
Winterstein-Theater
12. nach Brussig, Buck und Haußmann, Sonnenallee
R. Dietrich Kunze

Augsburg, Theater
4. Goethe, Faust
R. Christian Weise
10. Bjerg, Auerhaus
R. Bibiana Picado...

Träumt weiter?

Manchmal passt es besser, als man planen konnte. Natürlich wurde am Deutschen Theater Tennessee Williams’ «Die Glasmenagerie» auf den Spielplan gesetzt, bevor irgend jemand sich auch nur im Entferntesten vorzustellen vermochte, dass in den USA fünf Wochen vor der Premiere tatsächlich ein durchgeknallter Milliardär zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt...

Nürnberg: Fliegender Wechsel

Shakespeare für Eilige, für Manager oder zum Einschlafen: Die Sucht, Klassiker einzudampfen und zu kompilieren, treibt aberwitzige Blüten. Zur Erweiterung des Zitatenschatzes und der Halbbildung wird da Weltliteratur zerpflückt und zerstückelt und in Häppchenform weiter­ge­reicht. Das Theater macht mit: Als eine Art Hochkultur-Medley kamen da schon mal «Sämtliche...