Gegenkritik: Frank Castorf
Es wär’ ja nicht der Rede wert – dass Herr M. vom Berliner Boulevard, wie’s scheint, die eigene Uhr nicht lesen kann; und «Emil und die Detektive» zwei Drittel von drei, also ganze zwei Stunden lang per Video den Gauner Grundeis jagen sah. Und dass Frau B.
zwar für die größere Frankfurter Zeitung schreiben darf, hinter der durchaus auch klügere Köpfe stecken, und darum quasi jeden Abend ins Theater geht – trotzdem aber Michael Schweighöfer, den «Emil»-Gast vom Deutschen Theater, zum österreichelnden Boxtrainer mutieren lässt; der aber in Wirklichkeit Georg Friedrich heißt und wirklich Österreicher ist. Kleinigkeiten, sicher. Neu aber im Hau-wech-den-Scheiß-Umgangston vergangener Jahre ist das Ausmaß grober Klötze auf unsere (zugegeben) groben Keile.
Eisenhändler Castorf wurde auch früher schon für «irre» und bekloppt erklärt – von Herrn I. aus Frankfurt; und Herr St. gleich nebenan strafte Inszenierungen, die ihm nicht gefielen, mit achtzehn Zeilen Verachtung. Das aber waren immerhin die reisenden Groß-Verächter, das waren keine Notizen aus der Provinz. Vor allem aber die sind es, die jetzt so miefig-muffig nach Kampagne schmecken; das ist der Dreck, der schon seit geraumer Zeit ...
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Als wir uns...
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