Nicht nur um der Kunst willen

Christine Umpfenbach und Andrea Breth dienen auf unterschiedliche Weise der Wahrheit auf der Bühne: das NSU-Doku-Stück «Urteile» und Pinters «Hausmeister» Von Silvia Stammen

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Seit über einem Jahr wird verhandelt, aber ein Urteil ist nicht in Sicht. Der Prozess schleppt sich zäh durch tagelange Verhöre mit Handlangern aus dem Dunstkreis des rechten Untergrunds, die sich an kaum etwas erinnern können oder wollen. Akribisch gründlich arbeitet das Münchner Oberlandesgericht, um wenigstens jetzt Licht in das verbrecherische Schattendasein des NSU zu bringen, nachdem die behördlichen Ermittlungen jahrelang komplett versagt hatten.

Vor allem geht es dar­um, Indizien zu finden für die Mitverantwortung der schweigenden Hauptangeklagten Beate Zschäpe an zehn kaltblütig aus rassistischen Motiven verübten Morden. Der Prozess an sich ist ein Schauspiel, bei dem der deutsche Rechtsstaat um seine Glaubwürdigkeit ringt. Nur keine Fehler machen. Was den Angehörigen der Opfer darüber hinaus angetan wurde, steht hier nicht zur Debatte, ja gerät schon fast wieder in Vergessenheit.

«Urteile» – so der Titel des von Christine Umpfenbach initiierten und am Münchner Residenztheater produzierten dokumentarischen Theaterprojekts – gab es allerdings sofort, unmittelbar nach dem ersten Mord und lange bevor sich das Täter-Trio durch Selbstmord und Flucht gleichsam selbst zu erkennen ...

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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen

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