Puppen sind nicht die besseren Menschen
Überall hin verfolgte einen dieser Dackel in Bochum. Zwischen der Maschinenhalle «Friedlicher Nachbar» und dem Museum, zwischen der Zeche 1 und den Kammerspielen, zwischen dem Bunker «Bastion» und dem Prinz Regent Theater: Der kleine braune Kurzhaardackel war schon da, reckte einem seinen Bauch entgegen und ließ sich sanft kraulen – ein idyllisches Bild. Ein trügerisches Bild.
Denn der selbstvergessene putzige Köter auf dem Plakat des 24.
Festivals «Figurentheater der Nationen» («Fidena»), der sich so sichtlich wohl fühlte in seinem Fell, warb hinterhältig für ein Programm, das mit kuscheliger Zufriedenheit so gar nichts zu tun haben wollte: Ganz gezielt «Unter die Haut», so das Motto, sollten die 23 Produktionen aus Europa und Südafrika gehen, die eine Woche lang in den weit übers Stadtgebiet verstreuten Spielstätten gezeigt wurden. Und so zog sich auch irgendwie ein banges Gefühl, eine latente Beunruhigung wie ein langer roter Faden zwischen den sehr dezentral gelegenen Festival-Orten durch halb Bochum: Auch die Puppenwelt ist unbewohnbar wie ein Abwasserkanal. Aber der Dackel verschlief den verzweifelten Aufstand dagegen und all das lächerliche Scheitern der Figuren, Objekte und ...
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