zwei gesichter

Erst hat er die Kontaktimprovisation für die Bühne rehabilitiert, jetzt inszeniert er den Weltuntergang: der Israeli Sharon Fridman

Tanz - Logo

Ein kleiner, unbekannter Ort namens Pardes Hanna war Sharon Fridmans Zuhause in Israel. Heute lebt er Spanien und hat dort sein ers-tes großes Werk «Al menos dos caras» («Mindestens zwei Gesichter») herausgebracht, im Rahmen des «Festival de Otoño en primavera» in Madrid.

Aber wer ist Sharon Fridman, der Künstler? Er stammt wie die meisten seiner männlichen Tänzerkollegen aus einer der vielen Dutzend israelischen Folkloregruppen. Dort muss man einen kleinen Mitgliedsbeitrag entrichten, den seine Mutter aber nicht bezahlen konnte.

Sharon Fridman kommt also von ganz unten, er tanzte sich buchstäblich hoch bei Kompanien wie der von Ido Tadmor, bei Vertigo und der Kibbutz Contemporary Dance Company. Dabei machte er seine Sache so gut, dass er ein Angebot erhielt, das niemand in Israel je ausschlagen würde: Der große Ohad Naharin lud ihn ein, seinen Batshevas beizutreten. Für jeden anderen israelischen Tänzer wäre das die Krönung. Für Fridman nicht. Er verließ sein Land und wurde Mitglied der Percussion-Truppe Mayumana in Madrid, als ihr gerade der Erfolg über den Kopf zu wachsen drohte. Sie musste sich deshalb um eine Touring-Kompanie erweitern und bot Fridman an, bei Choreografie und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2012
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Ora Brafman

Weitere Beiträge
persönlich

Horst Koegler war nicht der Einzige, der über die «Sylvia» von László Seregi einst ins Schwärmen geriet. «Die ganze Choreografie», schrieb er 1973, «ist ein Füllhorn witzigster und sprühendster, durchgehend aber striktest dramaturgie- und charakterbezogener Einfälle – nie grob, nie direkt, nie vulgär, immer lächelnd, immer heiter, immer charmant.» Eine...

barcelona: inbal pinto, avshalom pollak «bombyx mori»

H inter dem lateinischen Namen Bombyx Mori verbirgt sich der Seidenspinner, ein nützliches Insekt, das Inbal Pinto und Avshalom Pollak als Vorbild für ihre feinmaschige, stilistisch glänzende und leicht surrealistisch gefärbte Arbeit verwenden. Systematisch nimmt «Bombyx Mori» den Faden ihrer früheren Arbeiten auf und verwebt die Szenen mit dem Sekret einer...

wien: jefta van dinther «grind»

Die Dunkelheit scheint zu atmen. Aus ihr erhebt sich, kaum sichtbar, ein Lichtschein. Schmutziges Violett. Die Kraft, die es kostet, das überhaupt wahrzunehmen, wird mit immer mehr Sichtbarkeit belohnt. Das diffuse Licht pulsiert im Rhythmus der Musik, bringt den Raum in Bewegung, als sei er ein eigener Organismus, vielleicht krank, vielleicht gefährlich. Nur...