persönlich
Horst Koegler war nicht der Einzige, der über die «Sylvia» von László Seregi einst ins Schwärmen geriet. «Die ganze Choreografie», schrieb er 1973, «ist ein Füllhorn witzigster und sprühendster, durchgehend aber striktest dramaturgie- und charakterbezogener Einfälle – nie grob, nie direkt, nie vulgär, immer lächelnd, immer heiter, immer charmant.» Eine Wertschätzung, die sich seinerzeit nicht bloß in Budapest überprüfen ließ, sondern auch in Düsseldorf, Graz, Melbourne, Prag, Wien, Zürich, in der Welt.
Umso überraschender, dass der langjährige Chefchoreograf und zeitweilige Ballettdirektor der Budapester Staatsoper in der «Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts» von Jochen Schmidt nur eine Randwürdigung erfuhr – möglicherweise, weil sich Seregi nach der Zeit seiner großen Erfolge zwar nicht auf seinen Lorbeeren ausruhte. Künstlerisch gesehen aber trat er etwas kürzer. So ist es am Ende bei Balletten wie «Spartacus» (1968) und zahlreichen Shakespeare-Adaptionen geblieben, die ihm diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs Anerkennung verschafften und ihn zeitweilig zu einem der begehrtesten Gastchoreografen werden ließen.
Seregi studierte an der Deutschen Staatsoper in Berlin (Ost) ...
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Tanz Juli 2012
Rubrik: menschen, Seite 33
von Hartmut Regitz
Ein guter Jongleur muss zwischendrin auch mal ein paar Bälle fallen lassen. Andernfalls sähe es so aus, als ginge er nicht an seine Grenzen. Im Zirkus werden Scheitern und Fallen bewusst in die Dramaturgie der Akrobatik integriert, um den Nervenkitzel zu steigern. Das Publikum rings um die Arena bewundert den Fall als Ausdruck der Gefahr und Vorboten kommender...
...und der Sommer verlangt nach Sensation, nach ganztägigem Sonnenschein. Eine organisierte Auszeit soll er sein, zugleich ein Festival rund um die Uhr. Er drückt Menschenmassen in die Stadien und auf die Straßen, sogar in Rudolstadt, einer Kleinstadt in Thüringen. Man schreibt den Sommer 1955. In Rudolstadt wird der Laientanz organisiert, man zählt auf Anhieb 3000...
Sylvie Guillem,
Sie haben 1989 das Ballett der Pariser Oper verlassen und sind als freie Künstlerin zum Weltstar geworden. So viel Wagemut ist im Tanz selten, eine solche Karriere auch. Wie kommt das? Ich denke, Tänzer sind ein wenig zu diszipliniert. Sie werden vom ersten Moment der Ausbildung, die in der Regel in sehr jungen Jahren beginnt, infantil gehalten....
