Yvette Chauviré
Der Regisseur Dominique Delouche brachte es auf den Punkt: Yvette Chauviré hat «den Tanz zu vollkommener Reinheit geführt, war darin Künstlern wie dem Maler Matisse, wie dem Dichter Racine vergleichbar.» Mit 99 Jahren ist die Tänzerin am 19. Oktober in Paris verstorben. In der Stadt, die ihr seit der Geburt am 22. April 1917 Heimat war.
Mit zehn Jahren wurde Yvette Chauviré in die Ballettschule der Opéra aufgenommen, drei Jahre später ins Corps de ballet, bereits 1937 erfolgte ihre Kür zur Solistin.
Im gleichen Jahr drehte sie ihren ersten Film: «La Mort du Cygne» von Jean Benoît-Lévy nach einer Novelle von Paul Morand. Am 31. Dezember 1941 ernannte Serge Lifar sie anlässlich der Uraufführung von «Istar» zur Danseuse étoile.
Yvette Chauviré wurde Lifars Muse; der Choreograf und Leiter des Pariser Opernballetts schneiderte ihr von «Le Chevalier et la damoiselle» (1941) über «Suite en blanc» (1943) bis «Nautéos» (1947) zahlreiche Partien auf den Leib. Ausschlaggebend für diese exponierte Stellung war nicht nur Chauvirés superbe Technik, sondern eine Ausstrahlung, die durch Eleganz und Esprit bestach. Die Tänzerin galt bald als Inbegriff der französischen Ballerina, obwohl sie bei ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2016
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Agnès Izrine
Na bitte, geht doch, und es musste dafür noch nicht mal Weihnachten werden: Die Pina Bausch Foundation und der französische Verlag L‘Arche Editeur haben ihren Streit beigelegt (tanz 7/16). Dabei ging es, wie die Stiftung mitteilte, «um hunderte von Videobändern von einzigartigem tanzhistorischen Wert». In einer Vereinbarung einigten sich die Parteien darauf,...
Balanchine: New York – Paris
Auf den ersten Blick sieht das Programm zusammengewürfelt aus. Sobald man aber etwas genauer hinschaut, noch besser: hinhört, merkt man die Absicht – und ist keineswegs verstimmt. Im Gegenteil: Alle vier Choreografien George Balanchines, mit denen das New York City Ballet diesen Sommer im Théâtre du Châtelet gastierte, haben etwas...
In einigen Ballettlexika sucht man ihren Namen vergebens. Und doch ist Duška Sifnios nicht irgendwer. 1934 in Skopje geboren, ging die Jugoslawin bei den besten Lehrmeistern ihrer Zeit in die Schule. Der Unterricht bei Nina Kirsanowa, Leonid Lawrowski, Assaf Messerer und Victor Gsovsky zahlte sich aus in einer Karriere, die sie innerhalb kürzester Zeit an die...
