Wie Ringrichter den neuen Tanzsport «Match d’impro» manipulieren
Dass sie in Biarritz gern Neues erfinden, mag an den jodhaltigen Winden des Atlantiks liegen, am Tor zu Spanien und an den vielen skurrilen baskischen Sportarten direkt vor der Tür. Der mondäne Badeort nennt sein Herbstfestival «Le Temps d'aimer la danse». Vor ein paar Jahren erfand man hierzu la gigabarre, eine Ballettstange auf einhundert Metern Strandpromenade zwischen Meer und Kasino. Da darf am Sonntagmorgen unter den Augen des maître de ballet jede(r) mal ein plié oder développé probieren. Der Erfolg war so groß, dass jetzt auch andere Ballettstädte die gigabarre einführen.
Also musste Biarritz einen neuen Coup landen und lancierte nun «Le match d’impro». Die Idee kupferten sie vom Theatersport ab: Das Publikum ruft Themen zu, Schauspieler improvisieren dazu. In Biarritz richten es nun die Tänzer.
Runde eins: den Big Bang darstellen! Runde zwei: das Leben zu zweit interpretieren; dann Themen wie «die Socke» und: «stellen Sie eine der Sieben Todsünden dar». Als Accessoires wurden Perücken, Kittel und Hausrat gereicht. Genügt der Körper nicht? Darf man einfach feststellen, dass man Biarritz offensichtlich noch nicht den Unterschied zwischen Tanz und Theater entdeckt hat. Der ...
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