Warschau: «Balety Polskie»
Vor 100 Jahren war die Teilung Polens beendet. Nach fast 150 Jahren unheilvoller Geschichte gab es erneut einen polnischen Staat und einen enormen Aufschwung in der Kultur, besonders in der Musik. Dafür stehen Komponisten wie Eugeniusz Morawski, Aleksander Tansman und Karol Szymanowski.
Mit Morawskis 1931 am Teatr Wielki uraufgeführtem Ballett «Switezianka» nach der gleichnamigen Ballade des Nationaldichters Adam Mickiewicz wurde nun der Abend des Polnischen Nationalballetts eröffnet – Thema: 100 Jahre Polen, Titel «Balety polskie», also «Polnische Ballette».
Kein verklärter Blick zurück. Die Choreografien hat man Vertretern der jüngeren, international orientierten Generation anvertraut, so Robert Bondara, der Rusalka- und Undine-Motive in die Gegenwart holt, in die Unbeschwertheit einer Gruppe junger Leute beim Badevergnügen in Sommerlandschaft. Ein junger Mann ist fasziniert von einem fremden Mädchen und wendet sich doch wieder ab von ihr und dem ihm vertrauten Mädchen aus der Gruppe zu. Nach allerlei Duetten und gemäldehaften Bildern trügerischer Friedlichkeit der Gruppen kommt es so überraschend wie verblüffend zur Solidarität der Frauen – mit tödlichem Ausgang für den ...
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Tanz März 2018
Rubrik: Kalender, Seite 48
von Boris Gruhl
Es gibt Intendanten in allen Varianten. Allen gemein ist: Sie sind die letzten Feudalherren – und so regieren sie auch. Nicht alle. Wir wollen gerecht sein. Aber doch die meisten. Genau die wünschen wir in den Orkus. Denn sie lieben es, den Künstler zu demütigen, die Tänzerin zum Weinen zu bringen, sie herabzuwürdigen, süffisant und verächtlich. Wir dürfen...
Balletteleven mögen zwar Spagat und Entrechat beherrschen, aber ihre Psyche ist längst nicht so beweglich wie der Körper. Denn je länger junge Tänzerinnen und Tänzer an der Stange üben und ihre motorischen Fähigkeiten perfektionieren, umso rigider wird ihre Psyche. Wer Musik studiert, lebt jedenfalls viel lockerer.
So lautet das Ergebnis einer Studie...
Ligia Lewis schürft ihre «minor matter» aus einer Art Höhlenwelt. Komplette Düsternis zu Beginn, man starrt in dieses Nichts, dann meldet sich eine Stimme aus dem vernebelten Irgendwo. Direkte Ansprache tropft dem Publikum verführerisch ins Ohr: «I will like to turn you inside-out and step into your skin / To be, that sober shadow in the mirror of indifference»....
