Wanderlust
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer mussten sich bis in die Wüste namens «Ende der Welt» verirren, um ihm zu begegnen. Am Horizont ragt vor den zwei Freunden plötzlich eine hagere Gestalt mit Spitzhut und knielangem Rauschebart auf. Nach dem ersten Schreck befindet Lukas: «Außer seiner Größe sieht der Riese ja ganz manierlich aus! Ich glaub, der ist völlig harmlos.
» Der kleine Jim Knopf hat anfangs noch seine Zweifel: «So ein großer Kerl? Harmlos? Vielleicht verstellt er sich! Wahrscheinlich will er uns fangen und einkochen!» Doch der gelassene Lokomotivführer soll Recht behalten: Mit jedem Meter, den der Riese näherkommt, schrumpft seine Gestalt, bis er den beiden – auf Augenhöhe – gegenübersteht. Und sich vorstellt: «Guten Tag, ich weiß gar nicht, wie ich euch danken soll, dass ihr nicht weggelaufen seid. Niemand hat mich bis jetzt näher kommen lassen, dabei sehe ich doch nur von Ferne so schrecklich aus. Mein Name ist Tur Tur.»
Es sollte nicht lange dauern, bis Michael Endes hinreißende Erfindung dieses freundlichen, hilfsbereiten, einsamen, dabei aber eigentlich geselligen Herrn Eingang in die Sprache des politischen Journalismus fand. Dieser münzte die Bezeichnung ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Globetrotter, Seite 28
von Marc Staudacher
Es ist sicher kein Zuckerschlecken, in der norddeutschen Provinz die Fackel des Tanzes an einem Siebenspartenhaus mit vier Spielstätten und 20 Millionen Euro Etat am Flackern zu halten. Vor allem, wenn man als gebürtiger Pariser den Glanz des dortigen Ballet de l’Opéra erlebt hat. Doch Antoine Jully, der als Tänzer in seiner Heimatstadt und beim Royal Ballet London...
Ana Morales wurde in Barcelona geboren, tanzte schon als Kind, ging später aufs Konservatorium und wurde mit 16 Jahren für ein dreijähriges Stipendium der Compañía Andaluza de Danza auserwählt, in die sie später als Solistin zurückkehren sollte, um mit ihr die ganze Welt zu bereisen. 2009 wurde sie mit einem der wichtigsten Preise für Flamencotanz, dem «Premio...
Es gibt ein Wort im Tschechischen, das in etwa so viel wie «Heimat» bedeutet. Es heißt domov und ist vom lateinischen domus abgeleitet. Also von dem Begriff eines «Zuhause». Wenn wir diese Idee weiterverfolgen, könnte es auch bedeuten, dass dort, wo unser Haus steht, gleichzeitig unsere «Heimat» ist.
Eigentlich sollte ich diesen Beitrag «Heimat und Migration»...
