Wanderlust
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer mussten sich bis in die Wüste namens «Ende der Welt» verirren, um ihm zu begegnen. Am Horizont ragt vor den zwei Freunden plötzlich eine hagere Gestalt mit Spitzhut und knielangem Rauschebart auf. Nach dem ersten Schreck befindet Lukas: «Außer seiner Größe sieht der Riese ja ganz manierlich aus! Ich glaub, der ist völlig harmlos.
» Der kleine Jim Knopf hat anfangs noch seine Zweifel: «So ein großer Kerl? Harmlos? Vielleicht verstellt er sich! Wahrscheinlich will er uns fangen und einkochen!» Doch der gelassene Lokomotivführer soll Recht behalten: Mit jedem Meter, den der Riese näherkommt, schrumpft seine Gestalt, bis er den beiden – auf Augenhöhe – gegenübersteht. Und sich vorstellt: «Guten Tag, ich weiß gar nicht, wie ich euch danken soll, dass ihr nicht weggelaufen seid. Niemand hat mich bis jetzt näher kommen lassen, dabei sehe ich doch nur von Ferne so schrecklich aus. Mein Name ist Tur Tur.»
Es sollte nicht lange dauern, bis Michael Endes hinreißende Erfindung dieses freundlichen, hilfsbereiten, einsamen, dabei aber eigentlich geselligen Herrn Eingang in die Sprache des politischen Journalismus fand. Dieser münzte die Bezeichnung ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Globetrotter, Seite 28
von Marc Staudacher
Ein verrücktes Zweiergespann sorgt in unseren angespannten Zeiten für befreiende Komik: Die Amerikanerin Gabrielle Revlock und der Russe Alexandr Frolov haben ein gewagtes «Kennenlern»-Duo kreiert, in dem Annäherungsversuche mit urkomischen, linkischen Moment gewürzt werden. «Show No Show» ist ein sprachintelligentes Flirt-Stück, dessen allzeit unvorhersehbare...
Wie macht er das nur? Tanzen, choreografieren, fotografieren, mitten in der Saison eine wichtige Premiere, kurz danach die erste Ausstellung? Roman Novitzky ist bei allem, was er anpackt, nicht das, was man einen Tausendsassa nennt. Bewundernswert am Ersten Solisten des Stuttgarter Balletts ist weniger, wie er als Multitalent alles unter einen Hut bekommt....
Die Seuche des interaktiven Theaters hat inzwischen den Tanz angesteckt. Auch dort kann das Publikum mittlerweile per Handyklick den Vorstellungsverlauf beeinflussen und neuen Wein in alte Schläuche füllen helfen. Ich hasse dieses alberne Getue aus tiefster Seele, deshalb war ich fest entschlossen, mir Benjamin Vandewalle in Brüssel nicht anzusehen, weil sein Tun...
