Wanderlust
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer mussten sich bis in die Wüste namens «Ende der Welt» verirren, um ihm zu begegnen. Am Horizont ragt vor den zwei Freunden plötzlich eine hagere Gestalt mit Spitzhut und knielangem Rauschebart auf. Nach dem ersten Schreck befindet Lukas: «Außer seiner Größe sieht der Riese ja ganz manierlich aus! Ich glaub, der ist völlig harmlos.
» Der kleine Jim Knopf hat anfangs noch seine Zweifel: «So ein großer Kerl? Harmlos? Vielleicht verstellt er sich! Wahrscheinlich will er uns fangen und einkochen!» Doch der gelassene Lokomotivführer soll Recht behalten: Mit jedem Meter, den der Riese näherkommt, schrumpft seine Gestalt, bis er den beiden – auf Augenhöhe – gegenübersteht. Und sich vorstellt: «Guten Tag, ich weiß gar nicht, wie ich euch danken soll, dass ihr nicht weggelaufen seid. Niemand hat mich bis jetzt näher kommen lassen, dabei sehe ich doch nur von Ferne so schrecklich aus. Mein Name ist Tur Tur.»
Es sollte nicht lange dauern, bis Michael Endes hinreißende Erfindung dieses freundlichen, hilfsbereiten, einsamen, dabei aber eigentlich geselligen Herrn Eingang in die Sprache des politischen Journalismus fand. Dieser münzte die Bezeichnung ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Globetrotter, Seite 28
von Marc Staudacher
Bei «Floating Flowers» glaubten wir noch an einen Scherz, einen nicht einmal besonders jungen: Mann versteckt sich unter Rock von Frau. Indes, bereits im Duo mit Gauthier Dance zeigte sich die Nonchalance, mit welcher Po-Cheng Tsai zeitgenössischen westlichen Tanz, Urban Dance und Showbiz mit Elementen aus fernöstlicher Kultur verbindet.
Der Wow-Effekt kam 2017...
Er war 2012 der «Dancer in the Dark». Schon damals ließ der kleine Eleve der John Cranko Schule für seine tänzerische Zukunft einige Steigerungsmöglichkeiten erwarten. «Den Rücken gerundet, die Hände an der Hosennaht», hieß es damals in tanz, scheint Alessandro Giaquinto die Titelrolle «gleichsam zu erleiden. Ein junger, schlaksiger Woyzeck, der wie ein...
Sie ist eine Virtuosin. Auf Krücken. Sie ist hochspezialisiert und – beziehungsweise: weil – gehandicapt. Zwischen diesen Eckpunkten hat die schottische Performerin Claire Cunningham sich ihren eigenen -Aktionsradius geschaffen und ihren Blick auf die Welt kontinuierlich erweitert. Und den unseren als Zuschauer gleich mit.
Anfangs zeigte sie auf der Bühne...
