vorschau
im jahrbuch: große gefühle
Das Gefühl, berührt zu werden – ohne Abwehr, ohne Einmischung des Verstandes, gehört
zu den existenziellen Erfahrungen, die der Bühnentanz beschert. Er kann zur Hingabe
verführen, indem er unseren Augen schmeichelt – oder ganz andere Techniken in
Anschlag bringt.
Wie erzeugt das Theater Gefühle, welche Rolle spielt dabei der Körper,
die Choreografie, das Sujet, die Musik – und was geschieht dabei in den Tänzern, im
Publikum? Wie kann Distanz ganz unverhofft Nähe herstellen? Solchen Fragen gehen wir
im Jahrbuch nach, das am 21. August erscheint. Dazu ermitteln wir in der Kritikerumfrage
die besten Tänzer, Choreografen und Produktionen der Saison.
im oktober: 25 jahre einheit
in Deutschland. Der mit der Wende berühmt gewordene Choreograf Jo Fabian macht
sich heute Sorgen um unsere Sorglosigkeit, während den Autor Ivan Stanev die
ewige Sehnsucht nach dem Gestern schreckt. Zu Besuch bei zwei Künstlern, die ein
Vierteljahrhundert nach der Vereinigung noch immer die etwas andere Perspektive auf
diese Republik pflegen. In Jo Fabians Worten: «Wenn wir vorauseilend bis in die Ästhetik
hinein uns anpassungsfähig machen, bekommen wir es gar nicht mehr mit, wie sehr wir in
unsere ...
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Tanz August-September 2015
Rubrik: service, Seite 80
von
Jede einzelne Bewegung, die Damien Jalet in dieser Auftragsarbeit für die exzellenten Performer des Scottish Dance Theatre kreiert hat, ist entweder bis ins kleinste Detail auschoreografiert oder komplett frei – frei in der vertikalen oder horizontalen Ausdehnung, bis die Tänzer auf die Körper benachbarter Kollegen stoßen. Nur eines dürfen die Performer nicht: den...
Devoted, bis in die Fußspitzen! François Chaignaud und Cecilia Bengolea verschreiben sich ganz dem Spitzenschuh. Dabei traten der Bretone und die Argentinierin 2005 noch mit «Pâquerette» auf den Plan, um per Dildo das Gesäß als choreografisches Zentrum zu entblößen. Der Fingerzeig in Richtung Intimität galt als die Geburtsstunde dieser neuen Enfants terribles im...
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mark morris
27 Jahre ist dieses Meisterwerk inzwischen alt und hat doch nichts von seiner Strahlkraft, Theatralität und Liebenswürdigkeit verloren. Die Rede ist von Mark Morris’ ländlicher Ode «L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato» auf Arien und Rezitative aus dem gleichnamigen Oratorium von Georg Friedrich Händel. 1740 komponierte Händel auf...
