edinburgh: damien jalet «yama»

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Jede einzelne Bewegung, die Damien Jalet in dieser Auftragsarbeit für die exzellenten Performer des Scottish Dance Theatre kreiert hat, ist entweder bis ins kleinste Detail auschoreografiert oder komplett frei – frei in der vertikalen oder horizontalen Ausdehnung, bis die Tänzer auf die Körper benachbarter Kollegen stoßen. Nur eines dürfen die Performer nicht: den Blick heben und ins Publikum schauen. «Yama» (japanisch für «Berg») evoziert ein mythologisches Universum des ständigen Werdens und Vergehens, in dem jede soziale Beziehung erst ausprobiert werden muss.

Wie außerirdische Wesen haben die Figuren nur einen Kommunikations-Code gemeinsam: Bewegung. Zu Beginn kriechen sie langsam aus der zentralen Öffnung eines kraterförmigen hölzernen Podestes des amerikanischen Künstlers Jim Hodges. Nacheinander erscheinen Beine und Arme aus diesem Vulkankrater, tauchen auf, verschwinden wieder, ein geschlechtsloses Knäuel aus Gliedmaßen, wie die Tentakel eines Monsters, das aus dem Untergrund zu neuem Dasein drängt.

Zu den dissonanten elektronischen Klängen des israelisch-französischen Musiker-Duos Winter Family entspinnt sich ein 20-minütiges Ritual, in dem die einzelnen Körper sich immer ...

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Tanz August-September 2015
Rubrik: kalender, Seite 50
von Sergio Lo Gatto

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