Von Kindern für Kinder
Für Egon ist die Sache klar. «Ich bin eine Rampensau. Ich möchte in meinem späteren Beruf auf der Bühne stehen. Nicht dahinter.»
Egon Werler, wie er mit vollem Namen heißt, ist gerade 14 geworden, eher zartgliedrig, schlank, das hellbraune Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden – und im Gespräch alles andere als das, was man sich womöglich unter einer «Rampensau» vorstellt. Auch drängelt er sich bei der Probe wenig später auf der Bühne des Berliner Friedrichstadt-Palastes keineswegs in den Vordergrund.
Vielmehr fügt er sich als «Lemur», wie er mir seine Rolle im Robinson-Crusoe-Bild erklärt, geschmeidig in eine Gruppen-Choreografie ein, die Nikolay Golovanov für die gerade entstehende «Young Show» erarbeitet hat. Wenn der Junge einem ins Auge fällt, dann allein seiner hellen Shorts wegen. Alle anderen tragen in dieser Probenphase noch einheitliches Schwarz.
Egon wurde nicht extra für diese Show gecas-tet. Seit acht Jahren ist er beim jungen Ensemble des Palastes als Tänzer und Schauspieler dabei, das alljährlich abwechselnd mit der «Grand Show» eine Aufführungsserie erarbeitet – «von Kindern für Kinder», wie auch er gleich betont. «Ein Langzeitprojekt» nennt Christina Tarelkin ...
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