Valda Setterfield
Ein Leben für die Bühne, aus dem die Erinnerung an eine bestimmte Vorstellung ganz besonders lebhaft heraufleuchtet. Sie fand in einem englischen Garten auf dem Land statt. Damals war Valda Setterfield vier Jahre alt. «Ich sollte an einer kleinen Vorführung teilnehmen», erzählt sie, «bei der ich hauptsächlich im Kreis herumlaufen musste, bevor ich einige, wie ich damals fand, sehr schwere Schritte zu tanzen hatte. Meine Lehrerin hatte beschlossen, dass wir das Ganze im Rahmen einer Garden Party präsentieren sollten, nur fehlte uns einfach die Zeit zum Proben.
Ich weiß noch genau, wie ich die paar Stufen zur Bühne hinaufschritt, die Nachmittagssonne schien, und überall standen Damen mit vornehmen Hüten herum. Das Bild ist mir ganz lebhaft im Gedächtnis. Ich fing mit meiner Herumrennerei im Kreis an und dachte bei mir: ‹Ich hab die schwierigen Schritte, die gleich kommen, jetzt schon vergessen, aber vielleicht fallen sie mir ja wieder ein, wenn sich die Musik ändert.› Also lief ich erst mal weiter im Kreis. Dann wechselte die Musik, und es war mir plötzlich nicht im Mindesten peinlich, dass ich meine Schritte vergessen hatte. Ich dachte bloß: ‹Ich renne einfach weiter.› Ich hörte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2018
Rubrik: Menschen, Seite 32
von Michael Seaver
Mehr als zwanzig Jahre lang hatten Mourad Merzouki und Kader Attou nicht mehr gemeinsam choreografiert. Vor etwa zehn Jahren wurden beide Direktoren eines Centre Chorégraphique National, gründeten ihre eigenen Festivals, produzierten mit ihren Kompanien beeindruckende, abendfüllende Stücke. 2017 kam der Vorschlag, mal wieder die Köpfe zusammenzustecken und...
Ein Quantensprung, mitten hinein in stürmische See: Lisbeth Gruwez schickt nicht weniger als zehn Tänzerinnen auf Erkundungstour, zum Eintauchen in das eigene Innerste. Da wogen Monsterwellen, da trifft man auf verdrängte Albträume. Und doch entsteht da auch viel Harmonie, wenn die Akteurinnen miteinander verschmelzen, zu einem Magma, einer Landschaft, einem...
München: Tanzwerkstatt Europa, 25 Jahre Muffatwerk
Tanzsommer an der Isar – das heißt: keine Abkühlung in Sicht! Zuerst heizt die «Tanzwerkstatt Europa» ein, u. a. auf dem «Battleground» (tanz 4/16) der kanadischen Ausnahmetänzerin Louise Lecavalier und mit «Rhizom», einem choreografischen Konzert von Sabine Glenz mit den Schlagzeugern der Münchner Philharmoniker....
