Oostende on tour: «the sea within»

Lisbeth Gruwez «the sea within»

Ein Quantensprung, mitten hinein in stürmische See: Lisbeth Gruwez schickt nicht weniger als zehn Tänzerinnen auf Erkundungstour, zum Eintauchen in das eigene Innerste. Da wogen Monsterwellen, da trifft man auf verdrängte Albträume. Und doch entsteht da auch viel Harmonie, wenn die Akteurinnen miteinander verschmelzen, zu einem Magma, einer Landschaft, einem feiernden Kollektiv. Gruwez setzt alles auf eine Karte – wer wagt, gewinnt. So verdoppelt sie ihr bisher größtes Team, zu dem sie in «AH|HA» noch selbst gehörte, und regelt nun alles von außen.

Derweil erkunden die Interpretinnen ihre intime Beziehung zur Natur, zum eigenen Atem, zum Herzschlag und zur Gemeinschaft.

«The Sea Within» beginnt wie auf dem Meeresboden, wo Cherish Menzo, die schon bei Nicole Beutler und Eszter Salamon in Erscheinung trat, mit einem prägnanten Solo die Dimensionen von Zeit und Schwerkraft verschiebt. Und sobald alle zehn wie Meerespflanzen in der Strömung auf dem salzseefarbenen Boden ihren Platz gefunden haben, entsteht wie aus dem Nichts eine Welle, getragen von der Taiwanesin Chen-Wei Lee, vor Kurzem noch eine zentrale Figur in Ohad Naharins Batsheva Dance Company. Auch Charlotte Petersen ...

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Tanz August/September 2018
Rubrik: Kritik, Seite 48
von Thomas Hahn

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