Trip in den Kongo

Mamu Tshi aus Lausanne und Faustin Linyekula aus Kisangani reisten ins gemeinsame Herkunftsland. Wie es dazu kam und was daraus wurde, berichtet Thomas Hahn

Tanz - Logo

Ein kongolesischer Choreograf und eine Schweizer Krumperin mit kongolesischen Wurzeln lernen sich in Lausanne kennen und gehen gemeinsam auf Erkundungsreise in der Region Kasai, im Westen der Demokratischen Republik Kongo (RDC). Indem sie ihre vagen und komplementären Kenntnisse der Region zusammenschließen und gemeinsam einsetzen, entdecken sie nicht nur, was sie miteinander verbindet und gleichzeitig voneinander trennt. Vielmehr legen sie auch die Grundlage für ein dokumentarisches Tanztheater aus Krump und Kongo. Das klingt nach Abenteuer, beginnt aber in Lausanne.

Und das macht stutzig. Krump in der Schweiz? Gibt es! Zwar scheint sich das Bild des neutralen, friedliebenden Alpenstaats kaum mit den wilden Gesten der Krumper*innen und deren Hoodies zu vertragen, aber Mamu Tshi aus Lausanne belehrt uns gerne eines Besseren.

Mit bürgerlichem Namen heißt sie Amandine Tshijanu Ngindu. Daher der Titel ihres Solos, orchestriert von Faustin Linyekula: «Mamu Tshi, portrait pour Amandine». Die Eltern der Krump-Meisterin stammen aus der RDC und brachten ihre Tochter bereits als Kleinkind in die Schweiz. Die Verbindung mit der Heimatkultur hielt die Heranwachsende auch über den Tanz im ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2023
Rubrik: Report, Seite 46
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
Adieu Chefsessel

«Ich bin immer einer für den Saal gewesen.» Das sagt Martin Schläpfer an diesem sonnigen Frühlingstag in der kleinen Küche des Ballettbüros an der Wiener Staatsoper. Und Heinz Spoerli nickt. Er nickt, weil er den Direktor des Wiener Staatsballetts genau kennt, seit er ihn vor 45 Jahren als jungen Tänzer in sein Basler Ballett holte. Und er nickt, weil er die Arbeit...

Teamplayer

Mit seiner großen Statur stach er unübersehbar heraus. Der Tänzer Frank Fannar Pedersen fiel in Richard Wherlocks Basler Company auf den ersten Blick mit seiner Größe auf, auf den zweiten mit seiner tänzerisch starken Ausstrahlung. Acht Jahre lang war er Teil des Balletts Basel und hat in dieser Zeit häufig solistische Rollen getanzt. Genau so, erzählt Pedersen,...

Mordswut

Skurrile, karnevaleske Kostüme und Schminke sind typisch für die Figuren in den Stücken der von den Kapverden stammenden portugiesischen Choreografin Marlene Monteiro Freitas. Es sind Gestalten, die sich oft in höchster Anspannung bewegen, mit verzerrten Gesichtern, eckigen Gesten und hampelnden Schritten. Das war bereits 2010 in dem Solo «Guintche» so, und es...