Ching-Yu Chi, Darwin José Díaz Carrero, Armelle van Eecloo
Trier: Hieronymus und der Meister sind auch da
Und ein Fotograf. Noch bevor die Vorstellung beginnt, verewigt er sich und einen Zuschauer auf einem Selfie, um sich dann der Bühne zuzuwenden. Ewigkeitswerte gibt’s dort jedenfalls zuhauf. In einer bunten Bildfolge lässt Susanne Linke blitzlichtartig die Welt eines Hieronymus Bosch wiederaufleben, bevor sie sich auf die eigenen Tanz-Tableaux konzentriert. In einer ersten starken Szene hat Héloïse Fournier ihren goldenen Rock wie einen Fächer ausgebreitet, den frei schwebenden Kopf unter einer schwarz-silbernen Catchermaske verborgen: ein Tod, der weitere Ungeheuer gebiert.
Unter seinem Kleid kriechen die ersten zähnefletschend hervor: Darwin José Díaz Carrero und Victor Alfonso Zapata Cardenas.
Die zwei gehören einem Ensemble einzigartiger Bühnenpersönlichkeiten an, das sich vorerst ein letztes Mal in einem Stück von Susanne Linke mosaikartig zusammenfindet. «Hieronymus und der Meister sind auch da» nennt sie die Produktion, mit der sie sich vom Theater Trier verabschiedet. Auf die beiden Künstler anspielend, die das Werk in ihrer Gegensätzlichkeit inspiriert haben, kopiert sie indes weder den Kosmos Hieronymus Boschs, noch zitiert sie aus dem unvollendeten Roman «Der Meister ...
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