Michael Nunn, William Trevitt, Iván Pérez: «Young Men»

DVD: Young Men

Tanz - Logo

Das «Making-of» sollte man sich nicht entgehen lassen. Ursprünglich entstand «Young Men» von Iván Pérez als Bühnenproduktion: eine eher abstrakte Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg, dessen Widerhall sich noch in den Köpfen und Körpern junger Menschen erspüren lässt.

Bereits während der Entstehung wurde den beiden Direktoren der BalletBoyz bewusst, wie gut sich aus dem Bewegungsmaterial ein realistischer Spielfilm machen ließe: Mit dem Einverständnis des Choreografen und künftigen Heidelberger Ballettchefs unterwarfen Michael Nunn (Regie) und William Trevitt (Kamera) Tanz und Tänzer einem Umwandlungsprozess, dessen Dokumentation ebenso aufschlussreich und aufregend ist wie der eigentliche Film.

Gedreht auf Schlachtfeldern in der Normandie, lässt sich der Film nie direkt auf kriegerische Ereignisse ein. Vielmehr zeigt er, wie sich deren Mechanismen auf das Menschsein auswirken: verletzend, erniedrigend, verrohend. Es sind starke Bilder, Szenen, die bei aller choreografierten Schönheit unter die Haut gehen. Tänzerakteure, die sich die äußere Gewalt so selbstlos einverleiben, dass sie wieder glaubhaft wirkt und etwas zugleich Beängstigendes hat. Dazu ein Orchestersound von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2018
Rubrik: Medien, Seite 64
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Harris Beattie

Im September 2017 wurde das Teatro Camões in Lissabon zum Schauplatz eines denkwürdigen Moments in der Geschichte der Tanzwettbewerbe: Ein 18-jähriger Schüler der Central School of Ballet, Harris Beattie mit Namen, räumte bei der von der Royal Academy of Dance ausgerichteteten «Genée International Ballet Competition» alle drei ersten Preise ab: die Gold Medal, den...

Dortmund: Rachmaninow/Tschaikowsky

Am Ende stirbt sie. Nein, er. Beide? Es geht ziemlich romeo-und-julia-mäßig hin und her in Xin Peng Wangs Choreografie zu Tschaikowskys 6. Sinfonie. Deren Berühmtheit liegt bekanntlich auch darin, dass der Komponist kurz nach ihrer Uraufführung unter mysteriösen Umständen verschied – ahnte das Genie den nahenden Schnitter? In die sogenannte «Pathétique» ist...

Heidelberg: Dusk

Es geht auch anders. Statt eine Sparte einzusparen, eine aufzubauen. 2011 übernahm Holger Schultze am Theater Heidelberg die Intendanz und fand auf dem Tanzsektor eine Situation vor, die weder den Kooperationspartner Freiburg befriedigte noch die Zuschauer. Er sann auf Abhilfe. Nanine Linning hatte schon unter seiner Intendanz in Osnabrück das Publikum gehörig...