tino sehgal

Du sollst dir kein Bild machen – jedenfalls keins, das bleibt: Dieser Künstler schafft Werke, die sich im Moment der Begegnung erfüllen. Warum, schildert er

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Tino Sehgal, was bekommen wir im Haus der Berliner Festspiele und im Martin-Gropius-Bau zu sehen? Im Haus der Berliner Festspiele wird «This Progress» gezeigt, das schon im Guggenheim in New York und auf der Agora in Athen zu sehen war. Im Gropius-Bau gibt es eine Art Werkschau im Lichthof und den angrenzenden Räumen. Da gehen meine einzelnen Werke ineinander über, im Grunde wie Szenen.

Waren das bei «This Progress» nicht Menschen verschiedenen Alters, die den Besucher immer wieder mit der Frage nach dem Fortschritt konfrontieren?
Genau.

Die Besucher werden von einem Kind gefragt: Was ist Fortschritt? Und dann wird, ausgehend von ihrer Antwort, dieses Gespräch weitergeführt von Teenagern, Erwachsenen und Senioren. Dieser Fortschrittsgedanke reicht zurück in die Zeit, als Museen regelrechte Habitualisierungs-Maschinen waren. Sie wurden ja auch erfunden, um eine lineare Idee von Zeit, von Fortschritt zu vermitteln, die vor 300 Jahren in der Gesellschaft noch gar nicht verankert war. Ein lineares Zeitverständnis ist nicht selbstverständlich. Es muss körperlich eingeübt werden, und klassische Museen verräumlichen ein solches lineares Verständnis von Zeit: Man läuft durch Räume, die ...

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Tanz Juli 2015
Rubrik: menschen, Seite 28
von Arnd Wesemann

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