Tanzen mit Vladimir Malakhov

Tanz - Logo

Klar, Vladimir Malakhov hat etwas zu sagen, und seine beiden Schüler scheinen davon auch zu profitieren. Drei Szenen hat der Intendant des Staatsballetts Berlin jeweils für seine in Japan produzierten «Master Lessons» ausgewählt, um die beiden Youngsters vom Tokyo Ballet nicht zu überfordern – und da das Coaching auf Englisch geschieht (mit einer ganz und gar nicht maulfaulen Übersetzerin im Hintergrund), hat auch hierzulande der Außenstehende etwas von seiner Innenschau.

Bei beiden «Stunden» geht der Meister nach demselben Schema vor: Erst blendet er beispielhaft eine Vorstellung mit Diana Vishneva («Giselle») oder Julie Kent («Schwanensee») ein. Um anschließend mit Chika Saeki und Naoyoshi Nagase nicht bloß das Schrittmaterial eines romantischen Balletts zu proben, sondern auch den emotionellen Ernstfall. Nicht Perfektion macht einen Pas de deux vollkommen, Wahrhaftigkeit erreicht ein Ballett erst durch den Blickkontakt der beiden Interpreten, durch das rechte Timing ihres Tanzes – überhaupt durch ein Gefühl, das sich dem Zuschauer erst mitteilen muss. Malakhov wechselt ständig zwischen den Rollen hin und her, und wie der Zettel in Shakespeares «Sommernachtstraum» würde er auch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2009
Rubrik: Praxis, Seite 65
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Gintersdorfer/Klassen: «très très fort»

Im Jahr 2002 herrschte an der Côte d’Ivoire ein Bürgerkrieg, der bis heute nicht beendet ist. Niemand weiß, wer wirklich der Gegner war und ist, sagt der Tänzer Franck Edmond Yao, hier genannt Le président. «Immer heißt es, die greifen uns an. Das sind vielleicht von Franzosen bezahlte Burkinesen, die Armen, die aus dem Norden den Süden angreifen, die Politiker...

Brief aus Cali

Vor dem Nachbarhotel, dem teuersten am Ort, hat es ein Kollege beobachtet. Ein junger Kolumbianer erzwingt von einer Touristin mit dem Messer die Herausgabe ihrer Handtasche. Zur Mahnung ritzt er ihr noch in die Hand. Kriminalität und Amüsement liegen dicht beieinander. In einer Seitengasse unweit des Hotels trifft sich nachts die schrillbunte Travestieszene.

Ungef...

Gonzalo Galguera: «Manon Lescaut»

Er habe Hochachtung vor Kenneth MacMillans Klassiker, glaube aber, dass heute andere Formen der tänzerischen Darstellung möglich seien. Sagt Gonzalo Galguera und verwendet in Magdeburg pikanterweise genau jenes Arrangement verschiedener Musiken von Jules Massenet aus Opern, Oratorien, Orchestersuiten, das Leighton Lucas 1974 für MacMillans Londoner Uraufführung...