Tanzaufbau Thüringen
Wenn das Theater ein Seismograf der Gesellschaft ist, sieht es im Osten Thüringens ziemlich düster aus. Vier Schauspieler verlassen dort Ende der Saison die Doppelbühne Gera-Altenburg, weil sie das mehr oder minder rassistische Klima in der Region nicht mehr aushalten. Die rechtsradikalen Umtriebe gerieten schon im Frühherbst in die Schlagzeilen, als Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Theater im Osten der Republik bereiste und erfuhr, dass auch Kunst und Künstler Ziel der Hetzpropaganda sind.
Derweil machen Thügida & Co munter weiter, während einige der Attackierten offenbar keinen anderen Ausweg mehr sehen, als ihre Koffer zu packen. Das ist ein Skandal, ein Aufreger erster Güte auch für Philipp Adlung, der das Referat für Theater, Musik und Soziokultur der thüringischen Landesregierung leitet. Wenigstens ist die Sparte, der gerade Adlungs besonderer Einsatz gilt, bislang nicht ins Visier fremdenfeindlicher Demagogen geraten.
Der Jurist und promovierte Musikwissenschaftler tüftelt an einem mehrstufigen Aufbauprogramm für den Tanz, der Grundstein ist bereits gelegt: in Gestalt des Staatsballetts Thüringen, ebenfalls in Gera und Altenburg ansässig. Dessen Leiterin Silvana ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Als Tänzer tritt er heute nur noch wohldosiert in Erscheinung. Der Bühne bleibt er dennoch treu. Mikhail Baryshnikov widmet seine beeindruckende Erfahrung als Performer inzwischen vornehmlich anderen Projekten – aktuell zu Ehren seines Freundes, des exilierten russischen Dichters Joseph Brodsky, der 1996 verstarb.
Für die Produktion «Brodsky/Baryshnikov», in Szene...
Goyo Montero, gerade läuft eine Audition am Staatsballett Nürnberg. Wie viele Tänzer haben sich beworben? Knapp 300 haben uns geschrieben, 100 habe ich eingeladen. Das bedeutet, wir haben für zwei Positionen fast 300 Videos gesichtet und die Lebensläufe gelesen, um zu sehen, ob diese Leute für unsere Kompanie funktionieren könnten.
Was machen die 200 Leute falsch,...
Pomp, Pose, Pathos: Yuri Grigorovichs Version des Balletts «Spartacus» staffiert den Heldenmythos mit all jenen Zutaten aus, die Publikumswirksamkeit garantieren und den Vorgaben des sozialistischen Realismus genügen, die der Choreograf gern übererfüllte (vgl. auch tanz 1/17). Pomp, den schuf Grigorovichs Ausstatter mit martialisch zugerichteten Kämpfern: Schwert...
