Subversiv
Der Treffpunkt ist passenderweise ein Theater. Gut, die Komödie Winterhuder Fährhaus steht nicht gerade für das Theater, das Amelie Deuflhard repräsentiert, sondern für Boulevard mit «Stars aus Film und Fernsehen». Während Deuflhard Intendantin auf Kampnagel Hamburg ist, dem größten Produktionshaus im deutschsprachigen Raum, wo regelmäßig die wichtigsten Vertreter*innen der freien Szene wie Gintersdorfer/Klaßen, She She Pop oder Rimini Protokoll auftreten und das Choreografische Zentrum K3 seine zahlreichen Aktivitäten entfaltet.
Egal: Als Startpunkt einer kleinen Tour durch den Hamburger Norden ist das Winterhuder Fährhaus perfekt. Es geht durch den Streek, den kanalisierten Teil des Elbe-Zuflusses Alster zwischen innerstädtischem Alstersee und naturbelassener Oberalster, zunächst durch urbane Wohnbebauung, dann durch Parks und umgewidmete Industrieanlagen, schließlich durch großbürgerliche Villengrundstücke. Acht Kilometer, auf denen das Hanseatentum von Schleuse zu Schleuse immer buttriger wirkt. Wohlstand, Illusion von Natur in der Millionenstadt, aber auch: Schönheit. Die Gegend ist tatsächlich unglaublich schön.
Deuflhard hat den Startpunkt ausgewählt, aus praktischen ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Unterwegs, Seite 28
von Falk Schreiber
Die Covid-19-Pandemie ist zu einer Tragödie für die Welt geworden, auch für die Welt des Tanzes. Von April bis Juni 2020 waren alle Theater geschlossen, Aufführungen wurden abgesagt, Wettbewerbe und Festivals verschoben. Die Tänzer und Tänzerinnen trainierten wie überall via Zoom – und, wichtig, ihre Gehälter wurden weitergezahlt. Im Juli 2020 gingen...
«Wenn ich einen Tanz oder irgendeine Art von Werk plane, kann ich das nicht umsetzen, bevor ich den Raum verstanden habe», sagt Maria Hassabi, die in Athen ebenso zu Hause ist wie in New York. Die 48-jährige, auf Zypern geborene Choreografin und Künstlerin ist eine Spezialistin für die Raumzeit-Verhältnisse der menschlichen Wahrnehmung. Unsere Sinne brauchen Zeit:...
Die Forderung, dass sich Theater dem digitalen Wandel in der Gesellschaft stellen muss – und zwar sowohl inhaltlich mit den Mitteln der Kunst als auch in der Anpassung der eigenen Produktionsprozesse – ist nicht neu. Die eigene Sichtbarkeit im Digitalen und damit einhergehende neue Praktiken der Inszenierung und Rezeption für digitale Bühnen – das hat vor 2020...
