shantala shivalingappa
Shantala Shivalingappa lebt im XV. Pariser Bezirk, einem beschaulichen Wohnviertel, das von touristischen Attraktionen weitgehend verschont geblieben ist. Dennoch ist sie nicht unbedingt eine Pariserin. Wäre sie ein Kind des konsum- und arbeitsbesessenen Westens, könnte man die zierliche Demoiselle aus Madras für einen klassischen Workaholic halten. Ruhe findet sie eigentlich nur, wenn sie sich in ihre Heimat Indien absetzt.
Im März hat sie es gerade noch geschafft, auf dem Subkontinent aufzutanken, aber jetzt tourt sie wieder durch Europa, vor allem mit «Play», ihrem Duo mit Sidi Larbi Cherkaoui. Fast gleichzeitig ist sie auch mit dem Tanztheater Wuppertal in «Néfes» und «Bamboo Blues» unterwegs, außerdem geht «Nineteen Mantras» auf Reisen, ihre erste eigene Choreografie, in der sie nicht selber tanzt. «Das ist etwas ganz Neues für mich.» Die künstlerische Leitung dieses Melting-Pot aus Ballett, Akrobatik und indischer Tradition teilt sie sich mit dem italienischen Theaterregisseur Giorgio Barberio Corsetti. «Nineteen Mantras» entstand Anfang dieses Jahres im Piccolo Teatro von Mailand und wurde im MAXXI-Museum in Rom uraufgeführt. Von dieser Erfahrung und weiteren Plänen ...
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Tanz Juli 2012
Rubrik: menschen, Seite 29
von Thomas Hahn
Der Kolonialismus ist auch hundert Jahre nach dem Roman «Reise um die Erde in 80 Tagen» von Jules Verne nicht tot. Er hat nur, folgt man Michele Di Stefano und seiner Kompanie MK, einen neuen Namen angenommen: Tourismus heißt der neue Kolonialismus.
Darüber kann man streiten, aber in beiden Fällen geht es um eine, gelinde gesagt, verquere Haltung zum Reisen. Um das...
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hans van manen
Bis sich Choreografien im Gedächtnis eines Publikums verankern, vergehen manchmal Jahrzehnte. Hans van Manen hat die Kompanien des Nederlands Dans Theater und Het Nationale Ballet geprägt – umgekehrt bedeutet die Pflege des Repertoires ein erhebliches Verdienst für seinen Weltruhm. Als Kritiker dem Choreografen Mitte der 1990er-Jahre...
...und der Sommer verlangt nach Sensation, nach ganztägigem Sonnenschein. Eine organisierte Auszeit soll er sein, zugleich ein Festival rund um die Uhr. Er drückt Menschenmassen in die Stadien und auf die Straßen, sogar in Rudolstadt, einer Kleinstadt in Thüringen. Man schreibt den Sommer 1955. In Rudolstadt wird der Laientanz organisiert, man zählt auf Anhieb 3000...
