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Nanine Linning kehrt zurück ans Scapino Ballet in Rotterdam. Hartmut Regitz spricht mit ihr über Grenzen, Pläne und ein Leben unterhalb des Meeresspiegels

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Nanine Linning, Sie waren von 2001 bis 2006 nicht nur Hauschoreografin des Scapino Ballet, Sie waren auch die jüngste Künstlerin in dieser Funktion. Jetzt kehren Sie als Direktorin zurück – was in den Niederlanden immer noch nicht ganz selbstverständlich scheint, obwohl Emily Molnar seit 2022 das Nederlands Dans Theater leitet. 
So ist es. Aber vielleicht sollte man sich in diesem Zusammenhang mal die Frauen in Erinnerung rufen, die in der Gründungsphase der Ensembles das Sagen hatten: Sonia Gaskell bei Het Nationale Ballet, Hans Snoek bei Scapino.

Wenn ich in meinem 20-seitigen Finanzierungsplan schreibe: «The future is feminine», deute ich damit an, dass es immer noch viel zu wenige Choreografinnen, Bühnen- und Kostümbildnerinnen oder Dirigentinnen gibt. Insofern ist meine Ernennung ein Zeichen. Aber eigentlich hat Gender meiner Meinung nach nichts mit Kunst zu tun. Mir geht es um Qualität. Aus diesem Grund hoffe ich inständig, dass sich die Geschlechterfrage in absehbarer Zeit erledigt hat.

Wollten Sie gehen, als Sie Scapino damals verließen? 
Es war meine Entscheidung. Ich hätte bleiben können, ich hatte einen unbefristeten Vertrag als Hauschoreografin.

Sie wollten in freieren ...

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Tanz Oktober 2024
Rubrik: Menschen, Seite 16
von Hartmut Regitz

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