Requiem

Ein Ereignis – das macht der Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui mit dem Ballet Vlaanderen aus Gabriel Faurés Komposition. Weil er den Tod längst als Teil des Lebens akzeptiert hat

Tanz - Logo

Warum ein «Requiem», und das ausgerechnet in einem Programm, das sich «East» nennt? Zunächst hat das natürlich mit dem Haus zu tun, für das Sidi Larbi Cherkaoui seit 2016 arbeitet. Genauer gesagt: mit dem «Kunsthuis» in Antwerpen und Gent, unter dessen Dach nicht unbedingt aus eigenem Antrieb Oper und Ballett Unterschlupf gefunden haben: eine «Zwangsheirat», sagt denn auch der Künstlerische Leiter des Ballet Vlaanderen. Ein Friedensstifter der choreografischen Art, konnte ihm die vorgefundene Situation nicht sonderlich gefallen.

Von Anfang an wollte er deshalb alle Abteilungen einmal auf seine Weise zusammenbringen und damit ein versöhnliches Zeichen setzen in einer Zeit, die nicht nur seiner Einschätzung nach sonst eher etwas Zerstörerisches hat.

Deshalb stehen im «Requiem» von Gabriel Fauré Sänger, Choristen, Kinder, Tänzer, kurz: Vertreter aller Gewerke und Generationen zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne. Aber was heißt hier schon «stehen»? Nur eine Tänzerin, nämlich die engelhafte Aki Saito, steht am Anfang und auch später immer wieder auf der Spitze, während Cherkaoui alle anderen wie im Schmerz erbeben lässt. Eine wiegende Bewegung der Arme und des Oberkörpers, aus einer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2017
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
Eine Frage des Stils

Katja Schneider, Sie sind Tanzwissenschaftlerin und Dozentin am Theaterwissenschaftlichen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität in München – und Dramaturgin des Festivals «Dance». Für die 15. Ausgabe haben Sie nun ein internationales und fachübergreifendes Symposium konzipiert und greifen im Titel einen Gedanken der französischen Kollegin Laurence Louppe auf:...

Rosemary Helliwell «Alice im Wunderland» in Coburg

Wie seit 1865 wirkt Lewis Carrolls skurrile Geschichte natürlich auch heute noch, wenn man nur in aller Unschuld ihren Inhalt nacherzählt, ohne eine zweite Ebene des Unterbewussten oder Unheimlichen einzuziehen. Selbst mit einem winzigen Bruchteil des Budgets, das Christopher Wheeldon 2011 für seine luxuriöse Londoner Inszenierung, die nunmehr auch in München...

Tanzschulen Mai 2017

Bad Soden
Ballettschule Ulrike Niederreiter
Dipl. Ballettpädag. Ballett/Jazz/Modern/Charakter/tänzerische Früherziehung. Ausbildung bis zur Akademiereife. Ballettmärchen.
An der Trinkhalle 2B, D-65812 Bad Soden/Ts., Tel. +49-6196-228 49
www.ballett-badsoden.de

Bamberg
Tanzwerkstatt
Stätte für Zeitgenössischen Tanz. Nürnberger Straße 108 k, D-96050 Bamberg
Tel....