Rachid Ouramdane «Loin ...»
Unter den wenigen großen Autoren der Performance-Szene unterstreicht einer immer mehr seine persönliche Note. Rachid Ouramdane hinterfragt Identität mit immer philosophischerem Werkzeug. In «Loin ...» (weit, entfernt) blickt er in den Spiegel seiner eigenen Familiengeschichte. Es ist ein Blick in den Abgrund des Schweigens. Zwei dunkle Spiegel liegen auf der Bühne. Sie haben die Form von Blutlachen. Lautsprecher drehen sich und verbreiten Auszüge aus Interviews. Unter den Befragten seine eigene Mutter, im Video zu sehen.
Es geht um das tiefe Schweigen einer Generation, die Krieg geführt hat. Und plötzlich wird ein wenig klarer, warum Ouramdanes Stücke immer am Rand der Stille und des Verschwindens balancieren, warum er so sensibel nach Wunden im Empfinden sucht wie zuletzt in «Cover» (2005) und «Superstars» (2006). Die Ursachen dieser Wunden entdeckt er stets in politischen Verwerfungen und der Gewalt des Kriegs. Waren das nur Testläufe zu «Loin ...», diesem ultimativen Selbstportrait, in dem sich Frankreichs Kolonialkriege und Migration spiegeln?
Rachid Ouramdane unternahm eine Reise auf den Spuren seines verstorbenen Vaters, gestützt auf dessen Kriegstagebuch, von Saigon bis Dien ...
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