persönlich
newcomer_________
anna natt
Der folkloristische Flamenco kriselt. Flamenco als zeitgenössischer Tanz dagegen boomt. Auf der Erneuerungsschiene ist auch Anna Natt unterwegs. Tanz und Rhythmus reduziert sie auf ein Minimum, ohne die fundamentalen Ingredienzen des Flamenco zu verraten. In «Uro» wirkt sie gleichzeitig wie Stier und Torero. Bekleidet mit einem hochgeschlossenen schwarzen Body, präsentiert sie dem Publikum ihr Hinterteil. Der Stier wird allein durch ein Umknicken des Fußes, ein Zittern des Fleisches markiert.
Anna Natt, geboren in Minnea-polis als Tochter eines jüdischen Vaters und einer christlichen Mutter, entdeckt über Carlos Sauras Film «Flamenco» den spanischen Tanz. Mit 25 zieht sie nach Sevilla, um an der Fundación Cristina Heeren Flamenco zu lernen. Workshops, auch bei Israel Galván, folgen. Das Folkloristische interessiert sie weniger, stattdessen orientiert sie sich zunehmend in Richtung eines «konzeptionellen Flamenco», wie sie es nennt. Seit 2005 lebt und arbeitet sie in Berlin, unter anderem als Mitglied der Performance-Truppe Crystal Tits.
In «Der Dybbuk or Dolores it‘s time to hang up the castanets» verschmilzt sie Flamenco mit jüdischen Traditionen. Das ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: menschen, Seite 32
von
im august/september: kritik üben_______
Irmela Kästner, Kollegin und Kritikerin, hat in Hamburg sechs Tänzerpersönlichkeiten die Frage nach ihrer Kritikfähigkeit gestellt – und damit auch die Frage nach der Kritikfähigkeit von Kritikern angestoßen. Was eigentlich berechtigt zu Kritik? Die eigene Glaubwürdigkeit, sowohl die des Tänzers als auch die des Kritikers?...
Das Tokyo Ballet setzt im Jahr seines 50. Jubiläums eine ambitionierte Aufführungsserie fort, mit Werken von Maurice Béjart und einigen Neumeier-Kreationen. Den unbestrittenen Höhepunkt dieser Reihe bildet «La IXe Symphonie», Béjarts Choreografie zu Beethovens Neunter, die, gemeinsam mit dem Béjart Ballet Lausanne aufgeführt, ein symphonisches Ballett ergibt, das...
amsterdam_________
julidans
In Amsterdam fängt der Sommer gut an – und das seit 25 Jahren: ein Jubiläum, das gefeiert werden muss. Eröffnet wird das Festival denn auch mit «May B» von Maguy Marin, einer Beckett-Beschwörung der ganz besonderen Art. Wie die «Partita 2» von Anne Teresa De Keersmaeker gibt sie choreografisch das Maß vor, das die Jüngeren erst noch...
