persönlich
newcomer_________
anna natt
Der folkloristische Flamenco kriselt. Flamenco als zeitgenössischer Tanz dagegen boomt. Auf der Erneuerungsschiene ist auch Anna Natt unterwegs. Tanz und Rhythmus reduziert sie auf ein Minimum, ohne die fundamentalen Ingredienzen des Flamenco zu verraten. In «Uro» wirkt sie gleichzeitig wie Stier und Torero. Bekleidet mit einem hochgeschlossenen schwarzen Body, präsentiert sie dem Publikum ihr Hinterteil. Der Stier wird allein durch ein Umknicken des Fußes, ein Zittern des Fleisches markiert.
Anna Natt, geboren in Minnea-polis als Tochter eines jüdischen Vaters und einer christlichen Mutter, entdeckt über Carlos Sauras Film «Flamenco» den spanischen Tanz. Mit 25 zieht sie nach Sevilla, um an der Fundación Cristina Heeren Flamenco zu lernen. Workshops, auch bei Israel Galván, folgen. Das Folkloristische interessiert sie weniger, stattdessen orientiert sie sich zunehmend in Richtung eines «konzeptionellen Flamenco», wie sie es nennt. Seit 2005 lebt und arbeitet sie in Berlin, unter anderem als Mitglied der Performance-Truppe Crystal Tits.
In «Der Dybbuk or Dolores it‘s time to hang up the castanets» verschmilzt sie Flamenco mit jüdischen Traditionen. Das ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: menschen, Seite 32
von
Wenn ich mir auch nicht so ganz sicher bin, was mich choreografisch mit Anna Halprin verbindet, so hat die Begegnung mit ihr und die Beschäftigung mit ihrer Arbeit mir auf
alle Fälle Lebenswahrheiten gespiegelt und vermittelt – die zwar irgendwie bekannt sind, mich aber trotzdem zu echtem Nachdenken, vielleicht gar Umdenken angeregt haben.
Beispielsweise habe ich...
war ein «interdisziplinäres Experiment 1933 – 1957», so der Untertitel der Berliner Ausstellung im Museum Hamburger Bahnhof. Diese Schule in den Rocky Mountains war zunächst ein Zufluchtsort. Der Reformpädagoge Andrew Rice wurde an seinem College im kalifornischen Florida gefeuert, zeitgleich floh das Bauhaus vor den Nazis. 1933 kamen Josef und Anni Albers hierher,...
Durch die Leere führt ein Strich. Aus dem Strich wird ein Kreis. Je transzendentaler, desto besser. Nacera Belaza macht keine Bühnenshows. Bei ihr laufen repetitive Muster, von Anfang bis Ende mit minimalen Variationen durchsetzt. Da bleibt nichts kleben. Keine Geschichte, keine Bilder, keine zeitliche Orientierung. Selbst der Titel hilft nicht. Dabei setzt «La...
