leben, lachen, tanzen
Wenn ich mir auch nicht so ganz sicher bin, was mich choreografisch mit Anna Halprin verbindet, so hat die Begegnung mit ihr und die Beschäftigung mit ihrer Arbeit mir auf
alle Fälle Lebenswahrheiten gespiegelt und vermittelt – die zwar irgendwie bekannt sind, mich aber trotzdem zu echtem Nachdenken, vielleicht gar Umdenken angeregt haben.
Beispielsweise habe ich Annas «no judging»-Devise gleich in meinen aktuellen Proben angewendet. Und festgestellt, dass es ganz schön befreiend ist für alle, die Zwangsjacke der Bewertung (im Studio wie im Leben generell) abzustreifen.
Auch anderes habe ich mir gemerkt: «When you let go, there is always something coming your way», oder «peacemaking must become a community art». Dieser letzte Satz wirft doch sofort die Frage auf: Was bedeutet gesellschaftliche Verantwortung, was Gemeinschaft für uns? Und wie lässt sich beides herstellen?
Fragen wie diese haben mich ursprünglich auch dazu gebracht, das «Tanzfonds Erbe»-Projekt anzuschieben, das mich zu Anna Halprin führt: die Übertragung der «City Dances», die im San Francisco der 1960er und 1970er Furore machten und von ihr und ihrem Mann Lawrence – einem Architekten und Landschaftsplaner – ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: traditionen, Seite 58
von Stephanie Thiersch
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