Parkett International: Belgien und Niederlande
Die vergangene Tanzsaison in den Benelux-Staaten kann man in vielerlei Hinsicht als eine verlorene bezeichnen, insbesondere gilt das für Belgien. Natürlich ist der Hauptgrund die Corona-Krise, die die Performance-Szene Mitte März mit voller Wucht getroffen hat. Doch in Belgien, genauer gesagt in Flandern, wurde die Krise durch empfindliche, undurchdachte Budgetkürzungen im Kunstsektor zusätzlich verschärft. Hinzu kommt, dass man nur wenige wirklich herausragende Tanzproduktionen zu sehen bekam.
War der Tanz, speziell in Flandern, noch bis vor wenigen Jahren ein Zentralfaktor der Kultur, so hat er diese Stellung inzwischen weitgehend eingebüßt. Im Vergleich dazu mutet die niederländische, ja selbst die im französischsprachigen Teil Belgiens beheimatete Szene noch immer ziemlich lebendig an.
Schon oft haben Historiker die bemerkenswerten Parallelen zwischen den gesellschaftlichen Verhältnissen in den Niederlanden und Belgien herausgestellt, aber was den Tanz betrifft, lassen diese sich nur bedingt ausmachen. In letzter Zeit hat sich die politische Stimmung auch in Flandern deutlich nach rechts gewendet, zu Ungunsten der Parteien der Mitte. Dieser Trend wirkte sich unmittelbar auf ...
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Tanz Jahrbuch 2020
Rubrik: Parkett International, Seite 146
von Pieter T‘Jonck
New York, einer der Corona-Hotspots in den USA, ist seit Langem die nationale Metropole des Tanzes. Da die Kritikerin infolge der Pandemie die Stadt auch nicht verlassen konnte, hier ein chronologischer Überblick über das Geschehen zwischen Oktober 2019 und März 2020, als die Welt zusammenbrach.
«Bzzzz» von Caleb Teicher mit dem Beatbox-Genie Chris Celiz,...
Die Krise der letzten Monate hat mir durchaus positive Erkenntnisse beschert. Die abrupte Schließung unseres Theaters hat uns und unserem Publikum vor Augen geführt, dass der bis dahin als selbstverständlich erachtete fortwährende Vorstellungsbetrieb mit seiner anscheinend endlosen Kette von Premieren, Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen nicht...
Danach gefragt, was so bleiben sollte, wie es ist, und was sich innerhalb und außerhalb des Theaters ändern müsste, würde ich gerne mit einer Gegenfrage beginnen: Wer sagt eigentlich, dass wir uns ändern müssen? Veränderung – die unwiderlegbare Konstante in unser aller Leben – kann niemals erzwungen werden, sonst würden wir ihr nämlich mit Sicherheit zum Opfer...
