Nur raus

Es begann mit einer Residenz im kanadischen Montréal. Seither ist das Fremde so nah

Tanz - Logo

Ich weiß nicht, wer diese Anregung geprägt hat: «Move out of your comfort zone». Ich persönlich habe sie vor vielen Jahren in einem Workshop von Andrew Harwood erstmals bewusst wahrgenommen und konnte mich sofort damit identifizieren.

Die Komfortzone verlassen, sich ins Ungewohnte bewegen, etwas anderes tun oder es zumindest auf eine andere Art und Weise versuchen.

In der künstlerischen Praxis ist das ein beliebter Gedanke oder gar ein Werkzeug, um sich selbst (meist physisch) herauszufordern, mit alten Mustern oder Gewohnheiten zu brechen oder sie zumindest wahrzunehmen, um sie dann umzuwandeln oder wenigstens zu hinterfragen. Diese Strategie ist, auf den eigenen Körper übertragen, eine hervorragende Stimulations- und Reibungsaufgabe, die manchmal auch an ihre Grenzen stößt. Denn selber der eigene Überprüfer des eigenen, womöglich sogar wirklich veränderten Handelns zu sein, kreiert bekanntlich blinde Flecken.

Wenn man seinen Körper aber einfach mal so nimmt, wie er ist, und ihn als Gesamtes aus der Komfort- in eine ganz andere Zone trägt oder fliegt, dann:

Folgt man dem Fernweh?

Die Ferne tat mir eigentlich immer nur insofern ein wenig weh, als ich nicht allzu gern fliege … oder, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Labore der Zukunft, Seite 88
von Antje Pfundtner

Weitere Beiträge
Marble Crowd

Das Kollektiv ist tot. Es lebe das Kollektiv! Fünf Künstler und Künstlerinnen aus Island treten den Beweis an. Im Rahmen des Festivals ­«Togetherapart» zum 10-jährigen Jubiläum des Zentrums für Choreographie K3 in Hamburg waren sie eingeladen, ein Stück zu kreieren. ­«Moving Mountains in Three Essays» betitelten Sigurður Arent, Kristinn Guðmundsson, Katrín...

Giselle Leichtentritt: Der Sturm aus der Zukunft

«Уважающим себя хореографам следовало бы учитывать, что каждое па – это шаг в будущее. Chorégraphes qui se respectent devraient prendre en considération que chaque pas est un pas dans l’avenir.» Das ist ein Satz, den Serge Diaghilew, laut Boris Kochno, am 17. August 1929, also zwei Tage vor seinem Tod, in Venedig Kochno anvertraut haben soll & den ich, Giselle...

Osiel Gouneo

Welchen Grund mag es für einen stolzen Kubaner geben, von seiner sonnigen Karibikinsel ins kalte, dunkle Norwegen zu ziehen? Nach «Blond-Land», wie er es irgendwann tauft? Damals ist Osiel Gouneo 22 Jahre alt und bereits Erster Solist beim Nationalballett seiner Heimat, mit draufgängerischer Virtuosität tanzt er fast sämtliche Rollen quer durchs klassische...