Noverre dankt ab
Würde der Vorgang, von dem hier zu berichten ist, in der freien Wirtschaft spielen, dann wäre die Rede von einer Marke, die viel wert ist. Doch im Kulturbereich denkt niemand daran, seine Erfindungen zu schützen. Im Gegenteil: Dass seine Idee, junge Choreografen zu fördern, weltweit kopiert wurde, hat Fritz Höver stolz gemacht. Heute findet man im Spielplan jeder Kompanie, egal wie klein oder groß sie ist, ein solches Format.
Ob nun «Out of the Box» drübersteht wie bei Gauthier Dance oder andernorts «Junge Choreografen»: Immer wird da Fritz Hövers Erkenntnis Rechnung getragen, dass Choreografen nicht vom Himmel fallen, sondern auf Erden eine Bühne brauchen, auf der sie erste Schritte ausprobieren können.
Dieses Anliegen hat die 1958 von Fritz Höver in Stuttgart gegründete Noverre-Gesellschaft seit Jahrzehnten zum Motor ihres Vereinsdaseins gemacht. Über viele Jahre hinweg wurde die Marke «Noverre» durch die Debüts von späteren Stars der Szene wie William Forsythe, Uwe Scholz, Jiří Kylián, John Neumeier, Christian Spuck oder Marco Goecke zum Gütesiegel. Oft kopiert, blieb doch ein wesentlicher Unterschied. Und der macht verständlich, warum es dazu kommen konnte, dass ein ...
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Tanz August/September 2018
Rubrik: Traditionen, Seite 58
von Andrea Kachelrieß
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