Noverre dankt ab
Würde der Vorgang, von dem hier zu berichten ist, in der freien Wirtschaft spielen, dann wäre die Rede von einer Marke, die viel wert ist. Doch im Kulturbereich denkt niemand daran, seine Erfindungen zu schützen. Im Gegenteil: Dass seine Idee, junge Choreografen zu fördern, weltweit kopiert wurde, hat Fritz Höver stolz gemacht. Heute findet man im Spielplan jeder Kompanie, egal wie klein oder groß sie ist, ein solches Format.
Ob nun «Out of the Box» drübersteht wie bei Gauthier Dance oder andernorts «Junge Choreografen»: Immer wird da Fritz Hövers Erkenntnis Rechnung getragen, dass Choreografen nicht vom Himmel fallen, sondern auf Erden eine Bühne brauchen, auf der sie erste Schritte ausprobieren können.
Dieses Anliegen hat die 1958 von Fritz Höver in Stuttgart gegründete Noverre-Gesellschaft seit Jahrzehnten zum Motor ihres Vereinsdaseins gemacht. Über viele Jahre hinweg wurde die Marke «Noverre» durch die Debüts von späteren Stars der Szene wie William Forsythe, Uwe Scholz, Jiří Kylián, John Neumeier, Christian Spuck oder Marco Goecke zum Gütesiegel. Oft kopiert, blieb doch ein wesentlicher Unterschied. Und der macht verständlich, warum es dazu kommen konnte, dass ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2018
Rubrik: Traditionen, Seite 58
von Andrea Kachelrieß
Elizabeth Streb «Sea (Singular Extreme Actions)»
In Philadelphia freut sich die STREB Extreme Action seit 40 Jahren über volle Häuser. So versammelte sich deren eingefleischte Fan-Base auch im vergangenen Juni zur Uraufführung von «SEA (Singular Extreme Actions)» im Kimmel Center for the Performing Arts, um im dortigen Perelman Theatre die halsbrecherischen...
Ein Quantensprung, mitten hinein in stürmische See: Lisbeth Gruwez schickt nicht weniger als zehn Tänzerinnen auf Erkundungstour, zum Eintauchen in das eigene Innerste. Da wogen Monsterwellen, da trifft man auf verdrängte Albträume. Und doch entsteht da auch viel Harmonie, wenn die Akteurinnen miteinander verschmelzen, zu einem Magma, einer Landschaft, einem...
Möglichst makellos wünscht sich der Mensch seine Hülle, frei von den Zeichen, die der Zahn der Zeit in sie nagt. Die Haut ist nicht nur unser größtes Organ, sie ist auch eine große Projektionsfläche für die Träume von anhaltender Jugend und für die Ängste vor der Vergänglichkeit des Körpers, der sich darunter befindet. Das, was also mehr ist als die bloße...
