Dunkle Schönheit
Möglichst makellos wünscht sich der Mensch seine Hülle, frei von den Zeichen, die der Zahn der Zeit in sie nagt. Die Haut ist nicht nur unser größtes Organ, sie ist auch eine große Projektionsfläche für die Träume von anhaltender Jugend und für die Ängste vor der Vergänglichkeit des Körpers, der sich darunter befindet. Das, was also mehr ist als die bloße Außengrenze unserer Körper, macht Bart Hess in seinen Foto- und Video-Arbeiten zum Spiegel, der aktuelle Fragen reflektiert.
Wie ändert sich das Verhältnis zu unserem Körper in einer Zeit, in der virtuell gestaltete Perfektion ästhetische Normen setzt und die physischen Realitäten beeinflusst? Von fast schmerzhaft sezierender Wirkung sind die Inszenierungen des niederländischen Künstlers, obwohl er lediglich Oberflächen manipuliert. In der Kombination von ungewöhnlichen Materialien und vertrauten Grundformen entstehen hybride Daseinsformen. Diese Zwitterwesen, irgendwo zwischen Mensch, Monster und Maschine angesiedelt, zwingen den Betrachter regelrecht, Position zu beziehen.
Wenn Bart Hess wie in den Foto- und Video-Arbeiten der Reihe «Pins and Needles» Metallplättchen auf einen dunkelhäutigen Rücken -appliziert und diesen mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2018
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Andrea Kachelrieß
Deutschland
Alfter
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Tanz/Eurythmie auf der Bühne, in Pädagogik, Therapie sowie im öffentlichen Raum. Weltweit große Nachfrage in allen Berufsfeldern. 4-jähriges Bachelorstudium und Aufbaustudiengänge mit Abschluss Master of Arts, Fachgebiet Eurythmie Leitung: Prof. Alexander Seeger. Villestr.3, D-53347 Alfter Tel....
Newcomer: Philippe Kratz
Auf Spitze gehen. Knie locker lassen. Nun die Fersen rotieren. Jetzt nicht das Gleichgewicht verlieren. Stattdessen kleine Trippelschritte wagen. Nach vier Monaten Training sieht das durchaus elegant aus. Philippe Kratz bewegt sich über die Bühne wie ein am Schnürchen aufgezogener Roboter. Nun zusätzlich die Arme heben. Der Ellbogen bildet...
Gerade mal wieder genervt? In der Telefonwarteschleife gefangen, an den Schreibtisch gefesselt oder schlaflos dank Vollmond? Hier kommt die Rettung: knapp 15 Zentimeter groß, figürlich Oskar Schlemmers drahtigen Kostümen fürs «Triadische Ballett» nachempfunden und hundert Prozent ablenkungstauglich. Einmal den schwarzen Kopf in Schwung versetzen, schon dreht sich...
